Kein Raum für Partikel

Was ist die Steigerung von sauber? Reinraumrein! In keinem anderen Bereich produzierender Unternehmen muss so penibel auf Hygiene geachtet werden wie in einem Reinraum. Partikel aller Art – vom feinsten Staubkorn bis hin zu tückischen Viren und Bakterien – sind dort tabu.

In der Medizinprodukte- und Pharmabranche geht es besonders streng zu. Dort regeln Standard Operating Procedures (SOPs) akribisch genau, wie produziert werden muss. Nationale Behörden, darunter die FDA in den USA und die EMA in Europa, wachen darüber, dass die Vorgaben akkurat erfüllt werden, auch wenn in einem Drittland produziert wird. Noch schlimmer als Beanstandungen sind deren „blaue Briefe“, die veröffentlicht werden.  

Ein mehr als 20 Mitarbeiter zählendes Team der Vileda Professional Division von Freudenberg Home and Cleaning Solutions unterstützt weltweit Reinraumbetreiber, angekündigte und unangekündigte Audits ohne Tadel zu bestehen. „Wir sind in einem anspruchsvollen, aber relativ kleinen Nischenmarkt tätig“, sagt Oliver Bloch, Global Business Development Director Controlled Environment (CE). Mit „klein“ spielt er auf die im Vergleich zum übrigen industriellen und institutionellen Sektor kleinen Reinigungsflächen des Reinraumgeschäfts an. Doch Reinraumhygiene hat es in sich. Denn jede nach ISO oder GMP (Good Manufacturing Practice)-Richtlinie arbeitende Fertigung muss ein Reinigungssystem qualifizieren, das reproduzierbare Ergebnisse bringt. Die zentralen Beratungsaufgaben des Teams zielen vor allem darauf ab, schon bei der Produktion mögliche spätere Risiken für Patienten zu minimieren und aufzuzeigen wie Kreuzkontaminationen verhindert werden können. Und nicht zuletzt steht auch die Beratung, wie bestehende Richtlinien eingehalten werden, im Fokus.  

Anziehende Wirkung

Die effizienten und atmungsaktiven Vliesstoffe lassen zwei Filtereffekte gleichzeitig wirken. Durch den Trägheitseffekt können manche Partikel dem Luftstrom um die Fasern herum nicht folgen und bleiben an ihnen haften. Beim Diffusionseffekt bewegen sich sehr kleine Partikel unregelmäßig im Luftstrom, sodass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit die Fasern berühren. Sowohl Trägheits- als auch Diffusionseffekt werden durch die elektrostatische Aufladung der Maske verstärkt. Die Fasern ziehen dann die Partikel an wie ein Magnet und halten sie fest.

Die Vileda Professional Division ist über zwei Wege in das Geschäft Reinraumreinigung eingestiegen. Vor knapp 20 Jahren suchte die Assoziation der Reinraumwäschereien einen modernen Flachwischmopp, der sich nach dem Waschen und Sterilisieren wiederverwenden ließ. Die Antwort von FHCS war der mittlerweile weltweit millionenfach verwendete Vileda Professional MicronSwep Mopp.

Der zweite Strang der Vileda Professional-Reinraum-Story geht auf die 1970er- und 1980er Jahre zurück. Als für bestimmte Branchen Reinräume immer notwendiger wurden, stand bei deren Reinigung zunächst das Auftragen von Desinfektionsmitteln mit Einwegsystemen im Vordergrund. Auf der Suche nach Effizienz bediente Vileda Professional den Trend zu Reinigung und Desinfektion in einem Schritt. Als weitere Innovationen wurden doppelseitige Mops auf Mikrofaserbasis entwickelt, die es nicht nur als Einweg- sondern auch wiederverwendbar gibt. Als „eine Revolution“ bezeichnet man in der Branche den Einsatz eines vorgetränkten oder präparierten Mops, der nicht mehr in die Desinfektionslösung getaucht werden muss. „Dies reduziert massiv den Verbrauch von sterilem Wasser und Desinfektionsmitteln – und spart somit Kosten.“

Reinraumreinigung bei einem Unternehmen im Bereich Medizinprodukte und Pharma. Foto: Freudenberg Home and Cleaning Solutions

Oliver Bloch ist für das Geschäft von Vileda Professional im Bereich Controlled Environment (CE) verantwortlich. / FHCS / Fotostudio Thomas, Mannheim

„Corona hat die Nachfrage erhöht, da Kunden sich um zuverlässige Lieferketten sorgen und mehr bevorraten“, sagt Bloch. „Unsere Lieferketten sind extrem robust, wir haben weltweit Kompetenzzentren in Bezug auf die Produktion für die unterschiedlichen Technologien“. Dabei mache es keinen Unterschied, ob die Produktion bei qualifizierten und auditierten strategischen Partner extern geschehe oder in eigenen Werken der Freudenberg-Gruppe. „Ansonsten haben sich die Anforderungen in unserem Geschäft durch die Pandemie nicht wesentlich geändert. Sie waren schon immer strikt.“ Was allerdings zu bemerken sei: oftmals seien die Reinigungs- und Desinfektionszyklen aus Sicherheitsgründen erhöht worden.
 

„In unserem Geschäft gibt es immer wieder neue, kniffelige Herausforderungen,“ sagt Bloch. „Wie reinigt man einen fünf Meter hohen Edelstahl-Tank – innen und außen? Wie reinigt man effizient flexible Vorhänge? Wie kann ein Reinigungssystem qualifiziert werden, damit es reproduzierbare Ergebnisse bringt?“, zählt Oliver Bloch auf.  Auch wenn die Herausforderungen immer auch auftragsspezifische Komponenten haben, die Herangehensweise ist eine bewährte und für den Kunden verlässliche: „Wir meistern sie durch eine enge Zusammenarbeit.“

 


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