Verantwortungsbericht 2022

Nachhaltigkeit

Voller Fokus auf
Klimaneutralität

Das Freudenberg-Verständnis von Nachhaltigkeit ist sehr fokussiert: Es geht um Ressourceneffizienz, insbesondere um Energie- und Materialeffizienz, um damit CO2-Emissionen zu reduzieren. 

Nachhaltigkeit hat bei Freudenberg zwei Dimensionen

Zum einen geht es darum, wie das Unternehmen eigene Prozesse gestaltet und Anlagen nutzt, um Ressourcen zu schonen (Footprint). Zum anderen bietet Freudenberg zahlreiche Produkte und Lösungen, die es Kunden erlauben, effizienter und nachhaltiger zu fertigen oder ihre Produkte ressourceneffizienter zu machen (Handprint).

Bei Handprint und Footprint geht es immer um Ressourcen- und Energieeffizienz und damit immer um Technologie. Die fünf Themen Materialien, Abfall, Energie, Emissionen und Wasser haben dabei die größte Relevanz für die Unternehmensgruppe als Ganzes.

Durch die Verkleinerung des eigenen Footprint und die Vergrößerung des Handprint beim Kunden trägt Freudenberg weltweit zu mehr Nachhaltigkeit bei.

Materialien

  • Materialeffizienz
  • Recyclierte, erneuerbare und Ersatzmaterialien
  • End-of-Life-(EOL-) Handhabung der Produkte

Abfall

  • Abfallhandhabung

Energie

  • Energieeffizienz
  • Erneuerbare Energie

Emissionen

  • Luftverschmutzung

Wasser

  • Wasserverschmutzung, Wasserverbrauch

Beispiele für erfolgreiche Nachhaltigkeitsprojekte

Freudenberg hat Nachhaltigkeit analog der Brundtland-Definition der UN definiert. Das Unternehmen möchte dazu beitragen, unseren Planeten langfristig lebenswert zu erhalten. Es geht darum, so wenig Müll und Emissionen wie möglich zu erzeugen und den Einsatz von Wasser, Energie und Material zu minimieren.

Die Energiekrise zeigt: Freudenberg ist auf dem richtigen Weg. Energiereduktion, Grünstromeinkauf und -produktion machen das Unternehmen unabhängiger von Energiepreisen und sorgen zudem für mehr Klimaschutz.   

Das Engagement der Unternehmensgruppe für den Klimaschutz ist auch unternehmerisch sinnvoll. Produkte müssen zunehmend nachhaltig sein. Das erfordert Innovationen und ist für Freudenberg als Technologiekonzern eine Riesenchance. Zudem sind nachhaltige Unternehmen attraktiver für Kundinnen und Kunden, die sie als Zulieferer in ihre eigenen Nachhaltigkeitsprogramme einbinden.

Bis 2025 soll der relative CO2-Ausstoß um 25 Prozent reduziert sein.

Die Minimierung des eigenen Energieeinsatzes zahlt sich auch mit Blick auf die Entwicklungen auf dem Energiemarkt aus. Denn spätestens seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 ist die Energieversorgung – vor allem in Europa – disruptiv verändert worden. Globale Versorgungslinien haben sich umgestellt; die Rolle Russlands als bislang zentraler globaler Energielieferant hat sich deutlich verändert. Über diese geopolitische Änderung hinaus ging die Transformation zu nachhaltigen Energien weiter, die zu komplett neuen Anforderungen an die Infrastruktur der Stromerzeuger führte. In Summe herrschte auf dem Energiemarkt – zumindest kurzzeitig – Chaos und eine große Unsicherheit. Das Resultat waren sehr volatile und extrem angestiegene Energiepreise. 

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Deshalb hat das Thema Nachhaltigkeit für Freudenberg höchste Priorität, und das Unternehmen hat sich klare Ziele gesetzt:

Freudenberg hat seinen Weg definiert, um eine klimaneutrale Herstellung seiner Produkte zu erreichen. Ein erstes Etappenziel lautet, den relativen CO2-Ausstoß, gemessen pro Million Euro Umsatz, aus dem Jahr 2020 bis zum Jahr 2025 um 25 Prozent zu reduzieren. Bis zum Jahr 2045 möchte Freudenberg ein klimaneutrales Unternehmen sein. Die Grundlage für diese ehrgeizigen Ziele legte das Unternehmen in einem umfassenden Projekt mit dem Namen „Sustainability drives Climate Action“. Seit 2019 werden darin die Chancen und die Herausforderungen analysiert, die der menschengemachte Klimawandel für Freudenberg mit sich bringt. Dabei setzt das Unternehmen auf eine mehrstufige Strategie aus Energieeinsparung, Elektrifizierung, dem Einkauf und der eigenen Produktion von grünem Strom und der Kompensation des CO2-Ausstoßes, die in Teilen gleichzeitig umgesetzt wird.

In 4 Schritten zur CO₂-Neutralität

Die vier Schritte auf dem Weg zur CO₂-Neutralität sind für alle Freudenberg-Unternehmen gleich. Allerdings unterscheidet sich das Ausgangsniveau von Geschäftsgruppe zu Geschäftsgruppe teilweise erheblich, beispielsweise bei der Frage, wie viel Energie für die Produktionsprozesse benötigt wird. Ebenso verschieden sind die technologischen Hürden, die es unter anderem in der Forschung und Entwicklung zu meistern gilt. Aufgrund dieser Themen werden einige Freudenberg-Unternehmen früher klimaneutral produzieren als andere. Wichtig ist, dass wir unsere Fortschritte belegbar messen und dokumentieren können, damit alle das gemeinsame Ziel, bis 2045 klimaneutral zu sein, erreichen. 

Spätestens 2045 wird Freudenberg ein klimaneutrales Unternehmen sein.

Den Energieverbrauch an allen Standorten senken

Die Grundlage für einheitliche und vergleichbare Energiestandards in der Freudenberg-Gruppe legt die Initiative „Be energy efficient“, kurz „Bee“. Als wichtiger Baustein des Projekts „Sustainability drives Climate Action“ deckt sie seit 2019 Einsparpotenziale der Freudenberg-Standorte auf und betrachtet dabei insbesondere den Energieverbrauch, die Elektrifizierung der Prozesse und die Energieeffizienz von Gebäuden. Bisher wurde im Rahmen der Initiative rund ein Drittel des CO2-Ausstoßes der gesamten Freudenberg-Gruppe analysiert.

Für Freudenberg steht fest: Wer CO2-Emissionen reduzieren will, muss vor allem Energie sparen, Prozesse elektrifizieren sowie Grünstrom einkaufen und selbst produzieren.

Dabei sind durch Reduzierung des Energieverbrauchs Einsparpotenziale von jeweils bis zu 30 Prozent identifizierbar. Schwerpunkte lagen im Jahr 2022 insbesondere bei Druckluft, Wärmerückgewinnung und Kälte, aber auch auf dem Thema Energiemonitoring, das dabei hilft, mit organisatorischen Maßnahmen Energie zu sparen. Als Teil von „Bee“ haben die Freudenberg-Energieeffizienz-Expertinnen und -Experten ein flexibles Beratungskonzept für die Standorte entwickelt. Es reicht von schnell umsetzbaren Maßnahmen bis zu Entscheidungshilfen für langfristige Investitionen in die Produktionsanlagen. Abgerundet wird das Angebot durch die Bee Academy – ein umfassendes Online-Schulungsprogramm zu Grundlagen des Energiemanagements und der Energieeffizienz.

Erneuerbare Energie ist einer der wichtigsten Pfeiler für mehr Klimaschutz und die Erreichung der Klimaneutralitätsziele bei Freudenberg. Neben dem Zukauf ist die Eigenerzeugung von grünem Strom eine wichtige Komponente, die zunehmend an Relevanz gewinnt. Die Stromerzeugung erfolgt dabei hauptsächlich über Photovoltaikanlagen auf Gebäudedächern. Im Jahr 2022 in Betrieb gegangen sind beispielsweise Anlagen in China und Holland.

Ende des Jahres 2022 haben die Freudenberg-Standorte in Dänemark, Schweden und Österreich zu 100 Prozent Grünstrom bezogen. 2023 folgen Deutschland, Italien und Spanien.

Freudenberg gilt als besonders verlässlicher Partner, wodurch es auch 2022 gelang, langfristige Lieferverträge für Grünstrom mit den Energieversorgern abzuschließen. In diesen sogenannten Power Purchase Agreements ist der Strompreis über zehn Jahre festgeschrieben. Sie sind ein zentraler Pfeiler, um die Klimaziele von Freudenberg zu erreichen, und tragen darüber hinaus viel dazu bei, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien voranschreitet.

Freudenberg gestaltet Entwicklung hin zur emissionsfreien Mobilität maßgeblich mit

In den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Freudenberg liegt der Fokus auf zukunftsfähigen, nachhaltigen Innovationen.

Freudenberg investiert massiv in die Mobilität der Zukunft. In Batterie-, Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie sowie in die Entwicklung von Hightech-Komponenten für Elektrofahrzeuge.

Die Produkte der Unternehmensgruppe treiben Zukunftsthemen wie die Energiewende voran oder helfen beim Ausbau der Elektromobilität. Beispielsweise entwickelt Freudenberg umweltfreundliche Schlüsseltechnologien und Lösungen rund um das Thema Wasserstoff oder ein hybrides Brennstoffzellen-Batterie-Antriebssystem für Lkw und Reisebusse. Wie wichtig der Ausbau der Batterie- sowie Brennstoffzellentechnologie für die Freudenberg-Gruppe ist, zeigt beispielsweise die Gründung der neuen Geschäftsgruppe Freudenberg e-Power Systems im Jahr 2022. Freudenberg e-Power Systems ist einer der weltweit führenden Anbieter emissionsneutraler Energiesysteme für Schwerlastanwendungen. Das Unternehmen bietet passgenaue, insbesondere auch kombinierte Lösungen für eine nachhaltige und wirtschaftliche E-Mobilität.

Ein weiterer Beleg für die Strategie von Freudenberg, in Anwendungen der Elektromobilität zu investieren, ist der Erwerb der verbleibenden Anteile an XALT Energy, LLC, Wilmington, Delaware, USA. XALT Energy stellt Lithium-Ionen-Batteriezellen her, die Tochtergesellschaft Freudenberg Battery Power Systems entwickelt und produziert vollständige Batteriesysteme.