Gemeinsam durch die größte Ausgangssperre der Welt

1,33 Milliarden Menschen und 150 Millionen Fahrzeuge auf 3,3 Millionen Quadratkilometern – auf Indiens Straßen herrscht üblicherweise reges Treiben. Kein Wunder: Rund ein Fünftel der Weltbevölkerung lebt auf dem Subkontinent. Dort wo Autos, Motorräder, Fahrräder, Rikschas und Passanten normalerweise ihr Wegerecht navigieren, herrscht heute Stille. Die Straßen sind leer. Um die Verbreitung von COVID-19 einzudämmen, herrschen seit dem 24. März landesweit strenge Ausgangssperren. Ein Ausnahmezustand der Superlative, der Auswirkungen auf das gesamte öffentliche Leben hat. Wie in anderen Ländern auch sind Fabriken, Schulen, Restaurants und Einkaufszentren geschlossen; ebenso wurde der Flug- und Zugverkehr eingestellt. Inzwischen läuft die Wirtschaft nach schrittweisen Lockerungen der Regierung langsam an. Besonders hart treffen die Maßnahmen, die vorerst bis zum 31. Mai gelten, die Millionen von Wanderarbeitern, die in und um die großen Metropolen des Landes leben und aufgrund des Lockdowns keine Einnahmen mehr haben.​​​​​​​

Die Ausgangssperre betrifft auch über 2.800 Freudenberg-Mitarbeiter der sieben in Indien vertretenen Geschäftsgruppen. An allen Standorten, einschließlich der 16 Produktionsstätten, war der Betrieb auf Anordnung der Behörden ausgesetzt. Langsam kehrt wieder ein beruflicher Alltag ein. Auch wenn die Kollegen sich in dieser außergewöhnlichen Zeit nicht mehr jeden Tag sehen, tauschen sie sich trotzdem aus: Anhand von kurzen und persönlichen Tagebuchbeiträgen, in denen sie ihre Erfahrungen schildern und ihren Kollegen Mut machen. Diese „Lockdown Diaries“ stärken nicht nur den Zusammenhalt zwischen Kollegen, Freunden, Familien und Fremden, sie stehen beispielhaft dafür, wie die Freudenberg-Werte auch im Ausnahmezustand gelebt werden, und unterstreichen das ausgeprägte Verantwortungsgefühl für die Gesellschaft in und um die Freudenberg Standorte des Landes.

Kochen für Menschen in Not

„Die Corona-Krise trifft die ärmere Bevölkerung besonders hart. Ich hatte das Bedürfnis, meinen Teil dazu beizutragen, den Menschen in Not zu helfen“, sagt Tanweer Alam, Mitarbeiter des Freudenberg-Unternehmens Klüber Lubrication in Delhi. Gesagt, getan: Alam schloss sich mit zwei gemeinnützigen Organisationen zusammen, um Gelder für Bedürftige zu sammeln. Gemeinsam mit der örtlichen Polizei organisiert er täglich Lebensmittellieferungen für bedürftige Familien. „Ich werde jeden Tag helfen, bis sich die Situation verbessert“, verspricht Alam, der eigentlich im Vertriebsbüro arbeitet und sich um den Verkauf der Freudenberg-Produkte kümmert.

Tanweer sieht nicht tatenlos zu, sondern handelt: Er verteilt mit zwei gemeinnützigen Organisationen jeden Tag Lebensmittelpakete an Menschen, die sie brauchen.

Eine ähnliche Idee hatten auch Jetinder Nath, General Manager bei Freudenberg-NOK in Delhi, und Ravi Bhowate, der für Freudenberg Filtration Technologies in Pune arbeitet. Während Nath sich mit anderen Familien zusammenschloss und täglich selbstgekochte Mahlzeiten an Wanderarbeiter verteilte, animierte Bhowate seine alten Schulfreunde zum gemeinsamen Handeln. Sie gingen zusammen einkaufen, bezahlten Lebensmittelpakete aus eigener Tasche und verteilten diese in den Slums von Nagpur. „Wenn wir jetzt zusammenhalten, kommen wir gut durch die Krise“, sind sich die drei Kollegen sicher.

Tanweer sieht nicht tatenlos zu, sondern handelt: Er verteilt mit zwei gemeinnützigen Organisationen jeden Tag Lebensmittelpakete an Menschen, die sie brauchen.

Dhupkar hilft älteren Menschen durch den Lockdown.

Essens- und Medizinbestellungen per WhatsApp

Auch Senioren trifft der Lockdown hart. Viele sind nicht nur eingeschränkt in ihrer Mobilität, sondern zudem völlig auf sich allein gestellt. Ravindra Dhupkar, Mitarbeiter des Freudenberg Regional Corporate Center in Bangalore, fand diese Vorstellung grausam: „Die Situation ist herzzerreißend. Gerade jetzt liegt es in unserer Verantwortung, unseren Mitmenschen die nötige Hilfe zukommen zu lassen“.

Dhupkar hilft älteren Menschen durch den Lockdown.

Dhupkars Ansatz ist gleichwohl simpel wie effektiv. Der leitende Rechtsberater gründete eine WhatsApp-Gruppe, in der sich freiwillige Helfer und Bedürftige regelmäßig austauschen. Mehr als 80 Senioren haben so schnell und sicher Zugang zu Lebensmitteln oder wichtigen Medikamenten erhalten. „Einer für Alle und Alle für Einen: Ich bin stolz drauf, meinen Teil beitragen zu können“, so Dhupkar.

Familien rücken enger zusammen

Aber der Corona-Lockdown in Indien bringt nicht nur Fremde in Kontakt: Auch Familien rücken enger zusammen. „Seit dem Lockdown sind wir alle zuhause und müssen uns allein durchschlagen“, erzählt Freudenberg Home and Cleaning Solutions Mitarbeiter Cherukuri Prasad aus Mumbai. Für Sales-Mitarbeiter Purushottam Kanadkhedkar, der in Mumbai für Klüber Lubrication arbeitet, ist das eine Herausforderung und Chance zugleich. Eltern und Kinder verbringen zuhause viel mehr Zeit miteinander: „Es ist natürlich herausfordernd, im Home-Office zu arbeiten und gleichzeitig meine Kinder zu betreuen. Wir nutzen die Zeit nach der Arbeit aber sinnvoll: Ich versuche meinen Kindern Yoga beizubringen. Es ist nicht leicht, aber es erfüllt mich, dass wir es gemeinsam tun“. Vijaya Hegde von Klüber Lubrication in Bangalore sieht das ähnlich: „Die Krise hat mir gezeigt, wie viel Sicherheit mir meine Familie gibt – besonders in dieser unsicheren Zeit. Wir machen gemeinsam den Haushalt, kümmern uns um die Eltern und Großeltern. Corona hat uns in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet und uns einander nähergebracht“.

Arbeit und Kinderbetreuung: eine große Herausforderung, auch für viele Familien in Indien.


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