Wissen mehren und weitergeben

Einblicke in die Arbeitswelt von Dr. Juliane Jungk: Bevor die Chemikerin bei Freudenberg Technology Innovation startete, hatte sie die ersten Jahre ihrer Karriere dem Werkstoff Gummi gewidmet. Eine perfekte Grundlage, um ihre Kenntnisse bei Freudenberg einzubringen und auszuweiten. Inzwischen übernimmt sie als Head of Methods Development wichtige Führungsaufgaben und entwickelt neue Testmethoden für Produkte der Freudenberg Gruppe. Mit ihrer Erfahrung möchte Jungk mehr Mädchen für Technik-Berufe begeistern.

Chemie ist eindeutig das Ding von Juliane Jungk. Kein Wunder also, dass sie an ihr Studium der physikalischen Chemie in Hannover noch die Promotion anschloss. Der Werkstoff Gummi hatte es ihr dabei besonders angetan. Zunächst vertiefte sie ihre Kenntnisse am Deutschen Institut für Kautschuktechnologie, bevor sie bei einem deutschen Automobilzulieferer sechs Jahre lang für die Materialentwicklung von Lkw- und Busreifen zuständig war. Den Weg zu Freudenberg Technology Innovation (FTI) ebnete ihr ein gemeinsames Projekt ihres damaligen Arbeitgebers mit einer Freudenberg-Geschäftsgruppe. Jungk überzeugte mit ihrem Know-how und wechselte schließlich 2016 zu FTI. „Das Projekt befasste sich mit Naturkautschuk und Kieselsäure. Nachdem ich es zunächst für meinen alten Arbeitgeber betreut hatte, habe ich es anschließend für Freudenberg weitergeführt. Das hat mir geholfen, eine ganzheitlich Perspektive zu erhalten“, erinnert sich Jungk.

Die Mischung macht´s

Jungk stieg bei Freudenberg als Gruppenleiterin im Bereich physikalische Charakterisierung ein. Rasch entwickelte sich aus der Gruppe eine Abteilung, deren Leitung sie übernahm. Die Aufgabe von Jungk und ihrem Team war weitreichend, schließlich verantworteten sie die Entwicklung neuer Testmethoden für Freudenberg-Produkte. „Am Anfang bestand mein Team aus gerade mal zwei Mitarbeitern; ich hatte keinen konkreten Plan, wie die Abteilung aussehen soll“, gesteht Jungk. Doch das änderte sich rasch: „Wir begannen schrittweise und strategisch vorzugehen. Wir identifizierten die relevanten Themen der Freudenberg Gruppe und wuchsen mit ihnen. Mittlerweile besteht unser Team aus zwölf Kolleginnen und Kollegen. Wir haben uns ein richtiges Standing erarbeitet“, erklärt Jungk zufrieden.

Wir messen, was bisher nicht messbar war. Damit erschaffen wir Neues und stärken Freudenbergs Innovationskraft.

Dr. Juliane Jungk, Head of Methods Development bei Freudenberg Technology Innovation

Neue Ideen durch Diskussionen

Ihr Arbeitsalltag ist so spannend wie abwechslungsreich: „Während ich mich früher nur mit Lkw- und Busreifen beschäftigte, forschen wir heute nach Testmethoden für Fasern, Schmierstoffe, Dichtungen und Dämpfer. Man muss flexibel sein, die Themen wechseln täglich.“ Als großen Vorteil empfindet sie die fachliche Diversität in ihrem Team: „Wir haben gelernte Maschinenbauer, Lebensmitteltechniker und Biophysiker an Bord. Unser Team hat das nötige Wissen für eine große Bandbreite an Themen. Das macht es möglich, Projekte und Fragestellungen aus allen zehn Freudenberg-Geschäftsgruppen anzunehmen und durch unterschiedliche Vorgehensweisen die besten Lösungen zu erhalten.“ Zum Erfolg trägt auch der ständige Austausch untereinander bei. Obwohl jedes Teammitglied eigene Projekte betreut, entstehen durch gemeinsame Diskussionen neue Ideen. Es ist dieser tägliche Umgang mit neuen Dingen und Ansätzen, den Jungk so an ihrer Arbeit schätzt: „Wir messen das, was bisher nicht messbar war. Damit erschaffen wir immer wieder Neues und stärken Freudenbergs Innovationskraft.“

Von Keimen auf Oberflächen zu künstlicher Intelligenz

So wie im Falle eines groß angelegten Projekts zum Nachweis von Bakterien auf Oberflächen. Zusammen mit Freudenberg Home and Cleaning Solutions, Freudenberg Filtration Technologies, Freudenberg Medical und Freudenberg Performance Materials erforschte Jungks Team ein Verfahren, mit dem sich Kontaminationen schneller und effizienter entdecken sowie nachweisen lassen. „Keime sind schon unter normalen Umständen auf Produkten und Oberflächen nicht erwünscht, aber viele Geschäftsgruppen wie Freudenberg Medical produzieren unter Reinraumbedingungen. Umso wichtiger ist es, dass dort alle Oberflächen frei von Bakterien sind.“ Hat Jungks Team hat Technologien für den Nachweis von Bakterien priorisiert und ein strategisches Programm erarbeitet, das 2021 begonnen hat.

Bereit für die Digitalisierung

Natürlich hat das hochtechnologische Umfeld, in dem sich Jungk mit ihrer Abteilung bewegt, immer mehr Berührungspunkte mit Digitalisierung. So spielt etwa künstliche Intelligenz eine große Rolle, wenn es um das Evaluieren großer Datenmengen geht. „Die Digitalisierung stellt uns vor neue Herausforderungen. Aber da wir Dinge vorausschauend angehen, sind wir auch hierfür bereit. Schon vor einiger Zeit haben wir Themen und Trends identifiziert, die in Zukunft für die Freudenberg Gruppe relevant sein könnten. So haben wir uns essenzielles Wissen angeeignet, noch bevor uns die erste relevante Anfrage erreichte.“

Den Weg ebnen: im Beruf und ehrenamtlich

Um die strategische Zusammenarbeit zwischen Freudenberg Technology Innovation und der Geschäftsgruppe Vibracoustic zu stärken, ist Juliane Jungk im Januar 2021 zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als Abteilungsleiterin auch als Key-Account-Managerin tätig. Das passt zu ihr, denn sie liebt es Wege zu ebnen. Auch nach Büroschluss. So nutzte sie die Corona-Lockdowns, um sich als Cyber-Mentorin zu engagieren und jungen Talenten den Schritt in die Wissenschaft zu erleichtern. „Es gibt nach wie vor zu wenige Mädchen in den MINT-Berufen auf Basis von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Das muss sich ändern! Ich trage dazu bei, indem ich ein Jahr lang ein 15-jähriges Mädchen betreue – eine ehrenamtliche Tätigkeit, die inzwischen zu meinem Lieblingshobby geworden ist.“

Es gibt nach wie vor zu wenige Mädchen in den MINT-Berufen. Ich trage dazu bei, das zu ändern.

Dr. Juliane Jungk

Die engagierte Chemikerin mehrt also das Wissen der Freudenberg Gruppe, und sie gibt Wissen weiter. Und wenn sie mal eine Verschnaufpause braucht? Dann findet sie Entspannung im Grünen. „Ich bin leidenschaftliche Gärtnerin und investiere viel Zeit dafür, meinen Garten zu gestalten, mein eigenes Obst und Gemüse anzubauen. Und daneben halte ich ein paar eigene Hühner.“ Die Chemie bleibt dann ausnahmsweise mal außen vor.

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