Luftqualität und Filter in Indien

Saubere Luft für ein gesünderes Leben

Mit strengeren Abgasnormen und einer raschen Umstellung auf Elektrofahrzeuge will Indien das Problem der wachsenden Luftverschmutzung in den Griff bekommen. Einstweilen schaffen Kfz-Innenraumfilter von Freudenberg Abhilfe.

Landung auf dem Indira-Gandhi-Flughafen, kurz nach Mitternacht. Schon auf dem kurzen Weg über den Flugsteig riecht es verbrannt. Wieder einmal hat sich der Smog wie eine dichte Decke über die indische Hauptstadt gelegt. Was dem Kurzzeit-Besucher unangenehm ist, hat für die Bevölkerung dramatische Folgen: Einer von 100 Einwohnern stirbt jedes Jahr vorzeitig an den Folgen der Luftverschmutzung, fast 1,2 Millionen Menschen in den sechs größten Städten des Landes. Zudem entstehen durch die Luftverschmutzung weltweit Kosten in Höhe von etwa drei Prozent des globalen Bruttosozialprodukts.

Einem im Jahr 2020 veröffentlichten Greenpeace-Bericht zufolge zeigt Delhi aufgrund des Lockdowns während der Pandemie zwar Anzeichen für eine Verbesserung verglichen mit den beiden Jahren zuvor. Doch liegt die Verschmutzung noch immer mehr als elf Mal über den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgeschriebenen PM10-Grenzwerten. Jedoch ist die tödliche Luftverunreinigung nicht allein auf Delhi beschränkt: Mehr als 200 indische Städte, abgesehen von den 102, die im Nationalen Programm für saubere Luft (NCAP) aufgeführt sind, sind stark verschmutzt.

Luftverschmutzung bekämpfen

Die permanente Verschlechterung der Luftqualität in den vergangenen Jahrzehnten ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Die rasche Industrialisierung seit der wirtschaftlichen Öffnung des Landes in den 1990er Jahren, großflächige Bebauung und die weit verbreitete Brandrodung führen vor allem in den Wintermonaten in Nordindien zur Smog-Bildung. In den Augen der Öffentlichkeit ist jedoch der Abgasausstoß von Fahrzeugen die wichtigste Ursache. Nahezu täglich wird in Medienberichten darauf hingewiesen, dass der kontinuierliche Kontakt mit Autoabgasen zu einem signifikanten Anstieg von Atemwegserkrankungen, Allergien und sogar Krebs geführt hat.

Die indische Regierung hat der Luftverschmutzung den Kampf angesagt und einige harte und unpopuläre Entscheidungen getroffen. Die Abgasnorm „Bharat Stage VI“ – vergleichbar mit der in Deutschland geltenden Euro 6-Norm – ist seit 2020 verbindlich. Derzeit gilt in Indien die Stufe IV, die fünfte Stufe wird komplett übersprungen. Die Regierung hat jedoch den Verkauf von Fahrzeugen erlaubt, die vor dem Stichtag produziert wurden. Die schnelle Markteinführung war eine Herausforderung für die Automobilbranche, aber alle OEMs haben die Entscheidung der Regierung unterstützt.

Eine deutliche größere Herausforderung stellt die von der Regierung vorgegebene Zielsetzung dar, bis 2030 alle Fahrzeuge auf elektrische Antriebe umzustellen. Der Verband der indischen Automobilindustrie SIAM kommt in einer Studie zu dem Schluss, dass im Jahr 2030 zwar alle Neufahrzeuge für den öffentlichen Personennahverkehr, jedoch erst 40 Prozent aller landesweit verkauften Pkw und Lkw elektrisch angetrieben würden. 100 Prozent aller Fahrzeuge wären erst zum 100. Jahrestag der indischen Unabhängigkeit, also im Jahr 2047, mit batterieelektrischem Antrieb oder Brennstoffzelle ausgestattet.

Parallel arbeiten die Autohersteller daran, die Abgasemissionen aus Benzin- und Dieselmotoren deutlich zu verringern. So soll die Einführung von 48-Volt-Hybridantrieben sowohl die Schadstoffbilanz verbessern als auch den Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren verbessern. Von der Optimierung der Verbrennung bis zu einer besseren Kraftstoffeinspritzung sind Experten zufolge noch viele technische Maßnahmen möglich. Zudem wurde längst erkannt, dass eine effiziente Abgasnachbehandlung einen direkten Einfluss auf die lokale Luftqualität hat.

Bedenkt man, dass ein Autofahrer in Indien täglich drei bis vier Stunden in seinem Fahrzeug verbringt, kann ein Kfz-Innenraumfilter mit hohen Abscheideraten Leben retten.

Ashok Pandey, Director Automotive bei Freudenberg Filtration Technologies

Kfz-Innenraumfilter für den indischen Markt

 Im Kampf gegen die Folgen der Luftverschmutzung spielen Kfz-Innenraumfilter von Freudenberg eine wichtige Rolle: Eigenständig oder als Teil der Klimaanlage halten sie Verunreinigungen zurück, die ansonsten in die Fahrgastzelle gelangen. „Partikel, Pollen, Pilzsporen oder andere allergieauslösende Stoffe werden genauso gestoppt wie größere luftgängige Teile, Reste des am Straßenrand liegenden Mülls etwa“, sagt Ashok Pandey, Director-Automotive bei Freudenberg Filtration Technologies. „Ungefiltert kann die Luft im Fahrzeug-Innenraum bis zu sechsmal verschmutzter als die Außenluft sein. Bedenkt man, dass ein Autofahrer in Indien täglich drei bis vier Stunden in seinem Fahrzeug verbringt, kann ein Kfz-Innenraumfilter mit hohen Abscheideraten Leben retten.“ Mit den neuesten Produktlaunches in Indien - wie PM2.5, PM1.0, Aktivkohle- und Anti-Allergen-Filtern - trägt Freudenberg dazu bei, Leben zu retten und die Lebensqualität zu verbessern.

Mehr als 80 Prozent aller Fahrzeuge sind mit einem Luftfilter ausgestattet

So sind die Ausstattungsraten mit Kfz-Innenraumfiltern in Indien signifikant gestiegen: War vor acht Jahren noch eines von fünf neuen Autos mit einem solchen Filter ausgestattet, sind es nun mehr als 80 Prozent.

In der Stadt Pune, in der viele Automobilhersteller ihre Werke haben, produziert Freudenberg Filtration Technologies für den wachsenden indischen Markt. Vor Ort kümmert sich ein kleines Team aus Applikationsingenieuren darum, die Filter an die in Indien produzierten Fahrzeuge anzupassen. Die Grundlagentechnologie wird am Stammsitz in Weinheim permanent weiterentwickelt. Dort arbeitet der Zulieferer auch an Lösungen für Fahrzeuge mit batterie-elektrischem oder Brennstoffzellen-Antrieb.

In batterie-elektrisch angetriebene Fahrzeuge wird man künftig weiter entwickelte Filter als die jetzigen einsetzen können, da nach dem Ersatz des Verbrennungsmotors mehr Platz zur Verfügung steht. Indien kann dabei auf Fachwissen aus anderen Regionen zurückgreifen. Die Regierung und einige private Akteure forschen noch an der Brennstoffzellen-Technologie, wobei im Bereich der der Filter bereits Know-how sowie Produkte aus Deutschland verfügbar sind.

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