Jede Kilowattstunde zählt

Weniger Energie verbrauchen, das ist der Schlüssel, um die ambitionierten Klimaziele bei Freudenberg zu erreichen. Die technische Gebäudeausstattung in den weltweit über 250 Produktionsstandorten bietet Potenzial, zehn bis fünfzehn Prozent Energie bis zum Jahr 2025 einzusparen. Die Konzernfunktionen Freudenberg Real Estate GmbH und die Energiebetriebe der Freudenberg Service KG arbeiten gemeinsam daran diese Einsparpotenziale zu heben. Indem sie die Anlagen und Maschinen mit der technischen Gebäudeausstattung kombinieren, sind bis zum Jahr 2025 etwa fünfzehn Prozent weniger Verbrauch drin. 

 

Die Weschnitz durchquert das Gelände, hohe Bäume säumen die Wege und moderne Bürogebäude wechseln sich mit klinkerverputzten Werkshallen ab. Beim Gang über den Industriepark in Weinheim scheint der Einklang zwischen Industrieproduktion und Naturidylle zum Greifen nahe. Ulrich Kerber, Leiter der Konzernfunktion Real Estate, und Hendrik Fichtner, Geschäftsleiter Freudenberg Service KG, stehen vor einer Bestandsimmobilie, die schon seit über 100 Jahren von Freudenberg genutzt wird. Gemeinsam befassen sie sich mit den Möglichkeiten, den Energieverbrauch damit den CO2-Ausstoß zu senken. Kerber fährt mit der Hand über die Außenwand des Gebäudes: „Die energetische Sanierung der Fassade, sprich die Verbesserung der Dämmung der Wände und Ertüchtigung der Fenster, ist in den meisten Fällen nicht wirtschaftlich. Sie kostet viel Geld und spart vergleichsweise wenig Energie ein. Das weitaus höhere Potenzial für Energieeinsparungen liegt in der technischen Gebäudeausstattung und der produktionsbezogenen Infrastruktur.“ Der Energieverbrauch ist nicht losgelöst vom Gebäude zu betrachten, weshalb die Energieberater um Fichtner und die Gebäudeexperten im Team von Kerber gemeinsam nach Lösungen suchen. „Konkret analysieren wir das Zusammenspiel von Heizung, Klima und der Elektrik eines Gebäudes sowie den Einrichtungen, die direkt für die Produktion erforderlich sind, wie beispielsweise Druckluft und Prozessdampf.“ ergänzt Fichtner.

Konkret analysieren wir das Zusammenspiel von Heizung, Klima und der Elektrik eines Gebäudes sowie den Einrichtungen, die direkt für die Produktion erforderlich sind, wie beispielsweise Druckluft und Prozessdampf.

Hendrik Fichtner, Geschäftsleiter Freudenberg Service KG

Analoge Elefanten

Man kann nur managen, was man auch messen kann. Die Herausforderung dabei ist, dass ein Großteil des Gebäudebestands aus einer Zeit stammen, die weit vor Anwendung und Verfügbarkeit von digitaler Gebäudetechnik liegt. Bei der Konzeption und Umsetzung von neuen Gebäuden ist die Ausstattung mit digitalen Sensoren an vielen Stellen Stand der Technik. Sie messen und steuern alles exakt auf seine tägliche Inanspruchnahme aus. Die Sensordaten eines digitalen Rauchmelders, der zugleich die Temperatur im Raum misst, können etwa dafür genutzt werden, das Raumklima automatisch zu regeln. Bei Neubauten ist es relativ einfach, das technisch mitzudenken und durch Förderprogramme der EU rechnet sich das auch. Komplizierter wird es, wenn das Gebäude bereits steht, die Datentechnik aber fehlt. Kerber nennt diese Gebäude, die oft aus der Gründerzeit der Unternehmen stammen, analoge Elefanten: „Der Industriepark in Weinheim besteht seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Seither sind diverse Fertigungshallen und Bürogebäude entstanden. Es sind weitestgehend starre, alte Gebäude ohne anspruchsvolle digital steuerbare Infrastruktur. Diesen Bestand nachzurüsten, ist eine riesige Herausforderung!“

Der Industriepark in Weinheim besteht seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Seither sind diverse Fertigungshallen und Bürogebäude entstanden. Es sind weitestgehend starre, alte Gebäude ohne anspruchsvolle digital steuerbare Infrastruktur. Diesen Bestand nachzurüsten, ist eine riesige Herausforderung!

Ulrich Kerber, Leiter der Konzernfunktion Real Estate

Intelligente Zähler

Der politische und gesellschaftliche Druck auf die Industrie, mehr für das Klima zu tun, wächst. Und das nicht nur bei Gebäuden. Ab einem jährlichen Stromverbrauch von 10.000 Kilowattstunden sind Unternehmen in Deutschland bereits verpflichtet, ihren Energiekonsum künftig mit intelligenten Messsystemen zu steuern. Vorhandene analoge Verbrauchszähler in einem industriellen Gebäude sind zügig gegen sogenannte Smart Meter auszutauschen.

Damit fängt die Digitalisierung der Energieversorgung im Unternehmen erstmal an, bekräftigt Fichtner: „In einer unserer Initiativen spielen Messsysteme und Energie-Monitoring eine zentrale Rolle. Allein für Weinheim ist der Austausch von bis zu eintausend Strom- und Energiezählern gesetzlich vorgeschrieben. Eine intelligente Energieüberwachung, die beispielsweise die technische Gebäudeinfrastruktur des Industrieparks einbezieht, benötigt nochmal deutlich mehr digitale Zähler“, beschreibt Fichtner die Erkenntnisse der Analysten.

Einfach mal abschalten

Die einfachste Möglichkeit, den Energiedurst der Gebäude zu lindern, lautet: Alles abschalten, was nicht für die Wertschöpfung gebraucht wird. „Es geht darum, die Teile der Infrastruktur im Gebäude abschalten zu können, die gerade nicht benötigt werden. Kompressoren, Dampfkessel oder die Klimaanlagen fließen deshalb ebenso in unsere Betrachtung ein, wie die Maschinen“, sagt Fichtner. Smart Meter helfen hier, die Lastgänge besser zu beobachten, um abweichende Spitzenwerte oder Grundlasten zu beheben. Mit dem sogenannten Shutdown-Management macht Freudenberg bereits gute Erfahrungen. Es ist ein bewährtes Mittel in den Operational Excellence Programmen, kurz OpEx, die an vielen Standorten weltweit die Produktivität von Maschinen steigern. Jetzt gilt es neben den Material- und Produktivitätsaspekten, auch die Energieverschwendung im Rahmen von OpEx zu bekämpfen. Fichtner betont: „Unsere Aufgabe ist es jetzt, das Bewusstsein für Energiemanagement zu schärfen“. Schulungen, in denen die Mitarbeitenden lernen, wie ein synchronisiertes Ab- und Anschalten von Maschinen oder Detektion von Druckluftleckagen den Energieverbrauch deutlich senkensind ein Weg darauf aufmerksam zu machen.

Unsere Aufgabe ist es jetzt, das Bewusstsein für Energiemanagement zu schärfen

Hendrik Fichtner, Geschäftsleiter Freudenberg Service KG

Grüner Mietendeckel

Gemessen an der Fläche sind weltweit ein Drittel der Gebäude bei Freudenberg angemietet. Der Primärenergiebedarf ist für die Anmietung inzwischen eine wichtige Kennzahl. Er steht auf jedem Energieausweis von den USA bis China und zeigt an, wie viel Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter durch das Gebäude fließen. „Das ist Standard, unsere Vermieter müssen das vorweisen“, erklärt Kerber. Im Freudenberg Green Building Index (FGBI) zeigt sich dann schnell, welches Objekt im roten oder im grünen Bereich liegt. In der neuen Verwaltungszentrale von Freudenberg Sealing Technologies in São Paulo, Brasilien, hat der Vermieter, nach Durchführung einer Analyse von möglichen Energieeffizienzmaßnahmen, unter anderem neue LED-Leuchten, ausgestattet mit Tageslicht- und Bewegungssensoren installiert. Das ist gut für die Energiebilanz und gut für den Geldbeutel, denn Freudenberg zahlt so weniger für Strom. „Wir achten sehr genau auf die Energiekosten, weil sie direkt bei uns landen und Vermieter in der Regel wenig Eigeninteresse haben, hier zu sparen, da diese an die Mieter weiterverrechnet werden.“

Wie viel Energie die Freudenberg-Gruppe in den Gebäuden der weltweit über 250 produzierenden Standorte wirklich einsparen kann, ist noch offen. Kerber beziffert den Beitrag aller Gebäude und Liegenschaften mit durchschnittlich 15 Prozent. Fichtner, der mit seinem Team bereits den Energieverbrauch einiger Standorte unter die Lupe genommen hat, sieht einen großen Teil dieser Einsparungen in der Gebäude- und produktionsspezifischen Infrastruktur. Beiden ist sonnenklar: Wir müssen und wollen jetzt technisch und wirtschaftlich vertretbare Lösungen finden, damit die Industriegebäude so intelligent wie möglich nachgerüstet und energieeffizient betrieben werden können. Darüber hinaus spielt das Verhalten der Nutzer eine wesentliche Rolle, denn: Jede eingesparte Kilowattstunde zählt! Wenn wir aus unseren privaten Häusern oder Wohnungen hinaus gehen, ist es selbstverständlich, dass wir alle Verbraucher so weit wie möglich reduzieren oder abschalten. Dieses Mind-Set brauchen wir auch im Berufsumfeld. 

  • Ulrich Kerber, Leiter der Konzernfunktion Real Estate, und Hendrick Fichtner, Geschäftsleiter Freudenberg Service KG, setzen sich bei Freudenberg energieeffiziente Neubauten ein und überlegen gemeinsam mit erfahrenen Energieberatern, wie Miet- und Bestandsobjekte energetisch optimiert werden können.

  • Ulrich Kerber, Leiter der Konzernfunktion Real Estate, und Hendrick Fichtner, Geschäftsleiter Freudenberg Service KG, setzen sich bei Freudenberg energieeffiziente Neubauten ein und überlegen gemeinsam mit erfahrenen Energieberatern, wie Miet- und Bestandsobjekte energetisch optimiert werden können.

  • Ulrich Kerber, Leiter der Konzernfunktion Real Estate, und Hendrick Fichtner, Geschäftsleiter Freudenberg Service KG, setzen sich bei Freudenberg energieeffiziente Neubauten ein und überlegen gemeinsam mit erfahrenen Energieberatern, wie Miet- und Bestandsobjekte energetisch optimiert werden können.

0 Prozent

weniger Energieverbrauch in Gebäuden bis 2025

0 Smart meters

für Industriepark Weinheim

0 Produzierende Standorte

in der Freudenberg-Gruppe

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