Die Arbeitswelt von Dr. Juliane Jungk

Wissen mehren und weitergeben

Bevor Dr. Juliane Jungk bei Freudenberg Technology Innovation startete, hatte sie die ersten Jahre ihrer Berufskarriere dem Werkstoff Gummi gewidmet. Eine perfekte Grundlage, um ihre Kenntnisse bei Freudenberg einzubringen und auszuweiten. Inzwischen übernimmt sie als Head of Methods Development wichtige Führungsaufgaben und forscht nach neuen Testmethoden für Produkte der Freudenberg Gruppe.

Chemie ist eindeutig das Ding von Juliane Jungk. Kein Wunder also, dass sie dem Studium der physikalischen Chemie in Hannover, Deutschland, eine Promotion folgen ließ. Der Werkstoff Gummi hatte es ihr dabei besonders angetan. Zunächst vertiefte sie ihre Kenntnisse am Deutschen Institut für Kautschuktechnologie (DIK), bevor sie bei einem deutschen Automobilzulieferer sechs Jahre lang für die Materialentwicklung von Lkw- und Busreifen zuständig war. Den Weg zu Freudenberg Technology Innovation ebnete der heute 39-Jährigen dann ein gemeinsames Projekt ihres damaligen Arbeitgebers mit einer Freudenberg-Geschäftsgruppe. Jungk überzeugte mit ihrem Knowhow und wechselte schließlich 2016 zu FTI. „Das Projekt befasste sich mit Naturkautschuk und Kieselsäure. Nachdem ich es zunächst für meinen alten Arbeitgeber betreut hatte, habe ich es anschließend für Freudenberg getan. Das hat mir geholfen, eine ganzheitlich Perspektive zu erhalten“, erinnert sich Jungk.

Die Mischung macht´s

Jungk stieg bei Freudenberg als Gruppenleiterin im Bereich physikalische Charakterisierung ein. Rasch entwickelte sich aus der Gruppe eine Abteilung, die von ihr geführt wurde. Die Aufgabe von Jungk und ihrem Team war weitreichend, schließlich verantworteten sie die Entwicklung neuer Testmethoden für Freudenberg-Produkte. „Am Anfang bestand mein Team aus gerade mal zwei Mitarbeitern; ich hatte keinen konkreten Plan, wie die Abteilung aussehen soll“, gesteht Jungk. Doch das änderte sich rasch: „Wir begannen schrittweise und strategisch vorzugehen. Wir identifizierten die relevanten Themen der Freudenberg Gruppe und wuchsen mit ihnen. Mittlerweile besteht unser Team aus insgesamt zwölf Kolleginnen und Kollegen. Wir haben uns ein richtiges Standing erarbeitet“, erklärt Jungk zufrieden. Ihr Arbeitsalltag ist dabei gleichermaßen spannend wie abwechslungsreich: „Während ich mich früher nur mit Lkw- und Busreifen beschäftigte, forschen wir heute nach Testmethoden für Fasern, Schmierstoffe, Dichtungen und Dämpfer. Man muss flexibel sein, die Themen wechseln täglich.“ Als großen Vorteil empfindet sie die fachliche Diversität in ihrem Team: „Wir haben gelernte Maschinenbauer, Lebensmitteltechniker und Biophysiker an Bord. Unser Team hat das nötige Wissen für eine große Bandbreite an Themen. Das macht es möglich, Projekte und Fragestellungen aus allen zehn Freudenberg-Geschäftsgruppen anzunehmen und durch unterschiedliche Vorgehensweisen die besten Lösungen zu erhalten.“ Erfolgreich macht die Abteilung auch der beständige Austausch untereinander. Obwohl jedes Team-Mitglied eigene Projekte betreut, entstehen durch gemeinsame Diskussionen regelmäßig neue Ideen. Es ist dieser alltägliche Umgang mit neuen Dingen und Ansätzen, den Jungk so an ihrer Arbeit schätzt: „Wir messen das, was bisher nicht messbar war. Damit erschaffen wir immer wieder Neues und stärken Freudenbergs Innovationskraft.“

 

Von Keimen auf Oberflächen zu künstlicher Intelligenz

So wie im Falle eins groß angelegten Projekts.  Jungks Team erforschte zusammen mit Freudenberg Home and Cleaning Solutions, Freudenberg Filtration Technologies, Freudenberg Medical und Freudenberg Performance Materials ein Verfahren, mit dem sich Bakterienverseuchungen auf Oberflächen schneller und effizienter entdecken sowie nachweisen lassen. „Keime sind schon unter normalen Umständen auf Produkten und Oberflächen nicht erwünscht, aber viele Geschäftsgruppen wie Freudenberg Medical produzieren unter Reinraumbedingungen. Umso wichtiger ist es, dass dort alle Oberflächen frei von Bakterien sind.“ Mittlerweile hat Jungks Team potenzielle Technologien für den Nachweis von Bakterien priorisiert und einen Vorschlag für ein strategisches Programm erarbeitet, das 2021 startet. 
Natürlich hat das hochtechnologische Umfeld, in dem sich Jungk mit ihrer Abteilung bewegt, immer mehr Berührungspunkte zur Digitalisierung. In vielen Projekten liegt inzwischen ein starker Fokus darauf. So spielt etwa künstliche Intelligenz eine große Rolle, wenn es um das Evaluieren großer Datenmengen geht. „Die Digitalisierung stellt uns vor neue Herausforderungen. Aber da wir Dinge proaktiv angehen, sind wir auch hierfür bereit. Schon vor einiger Zeit haben wir Themen und Trends identifiziert, die in Zukunft für die Freudenberg Gruppe relevant sein könnten. So haben wir uns essenzielles Wissen angeeignet, noch bevor uns die erste relevante Anfrage erreichte.“

 

Den Weg ebnen: im Beruf und ehrenamtlich

Um die strategische Zusammenarbeit zwischen Freudenberg Technology Innovation und der Geschäftsgruppe Vibracoustic zu stärken, hat Juliane Jungk im Januar 2021 zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als Abteilungsleiterin noch die Funktion eines Key-Account-Managers übernommen. Das passt zu ihr, denn sie liebt es Wege zu ebnen. Auch nach Büroschluss. So nutzte sie die Corona-Lockdowns, um sich als Cyber-Mentorin zu engagieren, und jungen Talenten den Schritt in die Wissenschaft zu erleichtern. „Es gibt nach wie vor zu wenige Mädchen in den MINT [Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik] -Berufen. Das muss sich ändern! Ich trage dazu bei, indem ich nun für ein Jahr ein 15-jähriges Mädchen betreue – eine ehrenamtliche Tätigkeit, die inzwischen zu meinem persönlichen Lieblingshobby geworden ist.“ 
Die engagierte Chemikerin verhilft somit während ihres Arbeitsalltags der Freudenberg Gruppe dazu, Wissen zu mehren, auf der anderen Seite gibt sie es weiter. Und wenn sie selbst mal eine Verschnaufpause braucht? Dann zieht es Jungk ins Grüne. „Ich bin leidenschaftliche Gärtnerin und investiere viel Zeit darin, meinen Garten zu gestalten, mein eigenes Obst und Gemüse anzubauen. Und daneben halte ich noch ein paar eigene Hühner.“ Die Chemie bleibt dann ausnahmsweise mal außen vor.

 

Juliane Jungk baut im FTI-Labor eine Probe in eine Messzelle ein. (Foto: Marco Schilling)


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