Freudenberg strategisch und operativ erfolgreich


Starke Ergebnisse in schwierigem Umfeld

Weinheim, 10. April 2019. Der weltweit tätige Technologiekonzern Freudenberg hat seine gute Geschäftsentwicklung 2018 in einem volatilen und schwierigen Umfeld weiter fortgesetzt und ist organisch mit 4,3 Prozent stark gewachsen. Nach den Effekten aus Akquisitionen und Desinvestitionen (+43,2 Millionen Euro), der Berücksichtigung der signifikanten negativen Wechselkurseffekte (-285,6 Millionen Euro) und der Anwendung des neuen Bilanzierungsstandards IFRS 15 (-54,3 Millionen Euro) lag der Umsatz 109,8 Millionen Euro (oder 1,2 Prozent) über dem Vorjahr. Das Unternehmen hat damit im Jahr 2018 auf Basis der IFRS den Umsatz auf 9.455,4 Millionen Euro (VJ. 9.345,6 Millionen Euro) gesteigert.

Das operative Betriebsergebnis erreichte 910,3 Millionen Euro und liegt damit leicht über dem hohen Vorjahresniveau von 905,0 Millionen Euro.

Die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens wurde weiter gestärkt: Die breite Aufstellung in rund 40 Märkten und 56 Ländern minimiert das Risiko. Ein Drittel des Umsatzes (33,6 Prozent) wird mit Produkten generiert, die jünger sind als vier Jahre. Das ist ein Beispiel der Innovationskraft. Die Eigenkapitalbasis von 51,9 Prozent verleiht finanzielle Stabilität.
Zum 31. Dezember 2018 beschäftigte die Freudenberg Gruppe 49.137 Mitarbeiter (VJ. 47.653).

„Der Schlüssel für unseren Erfolg liegt in unserer starken strategischen und operativen Planung, dem guten Teamgeist unserer mehr als 49.000 Mitarbeiter und der engen und agilen Zusammenarbeit mit unseren Kunden“, sagte Dr. Mohsen Sohi, CEO der Freudenberg Gruppe, bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch in Weinheim.

Neben dem Umsatz sind das operative Betriebsergebnis und die Umsatzrendite die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren für Freudenberg.
Das Unternehmen hat eine Umsatzrendite von 9,6 Prozent generiert, obwohl die Material- und Energiepreise im Laufe des Berichtsjahres stark gestiegen sind und wesentliche Investitionen in die E-Mobilität getätigt wurden.

Das Konzernergebnis liegt mit 602,4 Millionen Euro auf gutem Niveau, wenngleich es rund 100 Millionen Euro niedriger ist als 2017 (700,1 Millionen Euro). Geringere Beteiligungserträge und das rückläufige anteilige Ergebnis an assoziierten Unternehmen im Jahr 2018 haben zu diesem Rückgang geführt. Zudem hatten einmalige Steuererträge, unter anderem aufgrund der US-Steuerreform, das Ergebnis im Jahr 2017 erhöht.

Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug 828,4 Millionen Euro (VJ. 929,0 Millionen Euro). Dies entspricht einer Reduzierung gegenüber dem Vorjahr um 100,6 Millionen Euro. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die erstmalige Anwendung des IFRS 15 (rund -80 Millionen Euro) zurückzuführen.

Eigenkapitalentwicklung
„Wir sind stolz, unsere Eigenkapitalquote von 47,4 Prozent im Vorjahr auf 51,9 Prozent ausgebaut zu haben. Absolut erhöhte sich das Eigenkapital um 477,1 Millionen Euro, vor allem bedingt durch das positive Ergebnis“, so Dr. Sohi. Damit verfügt die Freudenberg Gruppe weiter über eine sehr gute, komfortable Eigenkapitalausstattung. Im Berichtsjahr hat die internationale Ratingagentur Moody's Deutschland GmbH, Frankfurt am Main, die Freudenberg SE, Weinheim, wie im Vorjahr mit „A3“, Ausblick stabil, bewertet. Damit hat die Unternehmensgruppe weiterhin ein sogenanntes „Single-A-Rating“.

Investitionen
Um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern, investierte Freudenberg im Jahr 2018 insgesamt rund 555 Millionen Euro (VJ. 670 Millionen Euro), davon rund 175 Millionen Euro (VJ. 170 Millionen Euro) in Akquisitionen und rund 380 Millionen Euro (VJ. 500 Millionen Euro) in Produktionsanlagen, Sachanlagen, Gebäude und immaterielle Vermögenswerte (Bilanzzugänge). Der Rückgang resultiert auch hier aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 15 (rund -80 Millionen Euro).
125 Millionen Euro flossen in Investitionen in Deutschland (VJ. 175 Millionen Euro).

Größere Investitionen waren:
In Maisach wurde das neue europäische Logistikzentrum von Freudenberg Chemical Specialities in Betrieb genommen, ein Projekt von rund 40 Millionen Euro.
Freudenberg Performance Materials begann mit der Errichtung einer neuen Spinnvliesanlage in Taiwan. Vibracoustic erweiterte seine Produktion im Werk in Sroda Slaska, Polen, und begann mit dem Bau eines Werkes in Chongqing, China. Im Werk im slowakischen Potvorice hat Freudenberg Filtration Technologies umfangreiche Erweiterungsarbeiten abgeschlossen und in neue Produktionsmaschinen investiert.

Innovation
Besonders hervorzuheben sind die immer größer werdenden Investitionen und Aktivitäten in der Elektromobilität. Daneben arbeitet Freudenberg als verlässlicher Partner seiner Kunden mit Hochdruck an zukunftsweisenden Innovationen für alle Antriebsarten, auch für Hybride, Brennstoffzellen und Verbrennungsmotoren. Beispiele sind Batterieseparatoren oder industriell gefertigte Gasdiffusionslagen und spezielle Dichtungen, die direkt an Gasdiffusionsschichten angebracht werden.

Insgesamt wurden 444,3 Millionen Euro (VJ. 427,8 Millionen Euro) in Innovation investiert. Das sind 4,7 Prozent des Umsatzes (VJ. 4,6 Prozent). Die Effektivität seiner Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten misst Freudenberg am Umsatzanteil neuer Produkte (Produkte, die jünger als 4 Jahre sind). Dieser ist auf 33,6 Prozent gestiegen (VJ. 33,0 Prozent).
Im Berichtsjahr erhöhte sich die Zahl der Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung auf 3.590 (VJ. 3.445 Mitarbeiter).
Drei Beispiele aus unterschiedlichen Geschäftsgruppen zeigen, wie Freudenberg seine Kunden und die Gesellschaft durch zukunftsweisende Lösungen nachhaltig stärkt: Hitzeschilde in Batterien von Elektrofahrzeugen, Hydro Lubricants (Schmierstoffe) auf Wasserbasis und neue Wundauflagen mit Direktbeschichtungen aus Silikon-Adhäsiven.

Operational Excellence
„Mit erneutem Nachdruck haben wir 2018 intensiv daran gearbeitet, unsere Prozesse, Serviceleistungen und Produkte effizienter, besser und sicherer zu machen“, stellte Dr. Ralf Krieger, CFO der Freudenberg Gruppe, heraus. „Das tun wir unter anderem durch Standardisierungen sowie Lean- und Six-Sigma-Methoden.“
Die Verwaltungskostenquote liegt mit 6,7 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres.

Zudem erreicht Freudenberg einen exzellenten Net Promoter Score von 57 in der jüngst durchgeführten Imageanalyse. Net Promoter Scores von 50 werden bereits als exzellent bewertet. Dies basiert auf einer hohen Weiterempfehlungsrate.

Portfolio
Die Strategie der Unternehmensgruppe sieht vor, das Portfolio selektiv und zielgerichtet durch Akquisitionen in allen Geschäftsgruppen zu stärken. Das Ziel von Freudenberg ist ein ausbalanciertes Portfolio von zyklischen und antizyklischen Geschäften – mit gleich großen Umsatzbeiträgen aus Nord- und Südamerika, Europa und Asien.
Beispiele für die getätigten Akquisitionen sind:
Freudenberg Home and Cleaning Solutions übernahm das Unternehmen E. D. Oates Pty. Ltd., Melbourne, Australien. Oates ist Marktführer im professionellen Reinigungsgeschäft in Australien und verfügt über ein umfassendes Sortiment an Haushalts- und Reinigungsprodukten im Endverbrauchergeschäft.
Japan Vilene Company erwarb die Hanns Glass GmbH & Co. KG, Grafing. Das Unternehmen ist ein weltweit führender Hersteller von Fußmatten für die Automobilindustrie mit einer starken Position in Europa.
Freudenberg Filtration Technologies hat einen Vertrag zur Übernahme der Mehrheitsanteile an Apollo Air-Cleaner Co., Ltd., Shunde, China, unterzeichnet. Apollo ist ein führender Anbieter von Lösungen in der Luft- und Wasserfiltration in China. Die Transaktion erfolgte Ende März 2019.

Um die Kompetenz in der Batterie- und Brennstoffzellentechnik auszubauen, erwarb Freudenberg Sealing Technologies Teile der Brennstoffzellenhersteller Elcore und Elcomax sowie eine Minderheitsbeteiligung des Batterieherstellers XALT Energy. Im laufenden Geschäftsjahr hat Freudenberg die Mehrheitsanteile an XALT Energy übernommen. 

Zudem hat die Freudenberg Gruppe zusammen mit dem Management ihrer Geschäftsgruppe Freudenberg IT (FIT) im Berichtsjahr verschiedene strategische Optionen zu deren bestmöglicher Entwicklung geprüft. Als Ergebnis dieses Prozesses hat Freudenberg die FIT mit Wirkung Ende Februar 2019 an die kanadische Syntax Gruppe übergeben. Unter dem Dach von Syntax werden drei IT-Unternehmen – Syntax, FIT und EmeraldCube – zu einem gestärkten, global agierenden IT-Full-Service-Provider mit einem klaren IT-Wachstumskurs zusammengeführt. Damit sind die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft der FIT gestellt.

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres wurden schon rund 140 Millionen Euro in die Mehrheitsbeteiligungen an der US-amerikanischen Firma XALT Energy und an dem chinesischen Filterhersteller Apollo investiert.

Mitarbeiter
Freudenberg konzentriert sich kontinuierlich darauf, in allen Bereichen exzellent zu sein und zu bleiben. Ganz besonders gilt dies auch für das Talent Management, bei dem im Berichtsjahr weitere Fortschritte gemacht wurden. Das Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern exzellente Executive-Development-Programme. Ziele des Talent Management sind unter anderem, die Vielfalt und Inklusion im Unternehmen zu fördern sowie die besten Mitarbeiter zu gewinnen, weiterzuentwickeln und im Unternehmen zu halten.

Die Freudenberg-Gruppe beschäftigte zum 31. Dezember 2018 49.137 Mitarbeiter (VJ. 47.653 Mitarbeiter). In Deutschland stieg die Mitarbeiterzahl auf 12.176 (VJ. 11.472), in Europa (einschließlich Deutschland) auf 26.243 (VJ. 25.369), in Nordamerika auf 10.783 (VJ. 10.285) und in Asien auf 10.062 (VJ. 9.876). Dagegen sank in Südamerika die Mitarbeiterzahl auf 1.461 (VJ. 1.640).

Im Jahr 2018 begannen 134 junge Menschen (VJ. 127) bei den deutschen Freudenberg-Gesellschaften eine Ausbildung. Insgesamt waren es 377 Auszubildende und Studenten zum 31. Dezember 2018.

Die Verantwortung für die Gesellschaft umfasst bei Freudenberg fünf Bereiche:
Nachhaltigkeit, Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz, gesellschaftliches Engagement, Compliance sowie Menschenrechte und Arbeitsnormen.

Nachhaltigkeit
Die 2016 erarbeitete gruppenweite Sustainability-Strategie des Unternehmens wurde in alle Geschäftsgruppen integriert und ist ein systematischer Bestandteil des Strategieprozesses.

Dabei geht es zum einen darum, wie Freudenberg im Unternehmen eigene Prozesse gestaltet und Anlagen nutzt, um Ressourcen zu schonen (Footprint). Zum anderen bietet die Gruppe Produkte und Lösungen, die es den Kunden erlauben, effizienter und nachhaltiger zu fertigen und ihre Produkte ressourceneffizienter zu machen (Handprint). Drei Kernthemen davon, Materialeffizienz, Energieeffizienz und Emissionen, werden über Kennzahlen gemessen.

Arbeitsschutz
Die Sicherheit der Mitarbeiter im Arbeitsumfeld hat allerhöchste Priorität. Im Jahr 2018 lag der LDIFR-Wert (Unfälle mit mindestens 1 Tag Ausfall pro 1 Million geleistete Arbeitsstunden) bei 1,5 (VJ. 1,4). Das ist ein guter Wert für ein Produktionsunternehmen.

Gesellschaftliches Engagement
Das gesellschaftliche Engagement geht für Freudenberg über die Wertschöpfungskette hinaus. Im Jahr 2018 haben sich weltweit wieder viele Gesellschaften, Standorte und Mitarbeiter der Unternehmensgruppe gesellschaftlich engagiert – bei kleinen Initiativen und komplexen Projekten. Das Programm „e²“ (education and environment) stärkt das gesellschaftliche Engagement seit 2015. Es geht darum, Menschen Zugang zu Bildung und Arbeit zu ermöglichen und den Umweltschutz zu fördern. Insgesamt hat Freudenberg bereits 14 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Bis zum Jahresende wurden rund 70 Projekte durch „e²“ unterstützt.

Fazit 2018
„In einem weiterhin volatilen und schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld blickt Freudenberg auf ein strategisch und operativ erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurück. Trotz signifikanter negativer Währungseinflüsse und gestiegener Rohstoffpreise konnte die Unternehmensgruppe die für 2018 prognostizierten finanziellen Leistungsindikatoren übertreffen und erzielte erneut ein Betriebsergebnis auf Rekordniveau“, resümiert Dr. Sohi.

Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2019 rechnet Freudenberg mit einem insgesamt schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld. Die Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft 2019 liegen leicht unter dem Vorjahresniveau. Das Risiko eines stärkeren Rückgangs des weltweiten Wachstums ist gestiegen. Die geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten werden voraussichtlich nicht abnehmen. Angesichts zunehmender Volatilität in den Märkten wird Freudenberg die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen und flexibel reagieren. Im Blickpunkt stehen unter anderem der Handelskonflikt zwischen den USA und China, die Abwicklung des Brexit, die finanzielle Stabilität einzelner Nationen, steigende Rohstoffpreise sowie eine mögliche konjunkturelle Abkühlung im Automobilsektor. Für diese möglichen Entwicklungen ist Freudenberg gut gerüstet.

Insgesamt will Freudenberg 2019 Investitionsprojekte im Wert von rund 370 Millionen Euro starten. Davon sollen rund 125 Millionen Euro in Sachanlagen in Deutschland und davon wiederum 30 Millionen Euro in Weinheim angelegt werden.

Freudenberg plant vorsichtig und geht von einer verhaltenen Geschäftsentwicklung der für die Unternehmensgruppe relevanten Märkte für das Jahr 2019 aus. Daraus erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum von höchstens ein bis zwei Prozent und ein Betriebsergebnis, das bestenfalls auf dem Niveau des Vorjahres liegt.


Der Vorstand der Freudenberg Gruppe (von links nach rechts) Dr. Ralf Krieger, Dr. Mohsen Sohi und Dr. Tilman Krauch während der Bilanz-Pressekonferenz.