Carl-Freudenberg-Preis zeichnet drei Wissenschaftler aus

Zukunftstechnik entwickeln und verbessern

Welche Bestandteile machen Batterien leistungsfähiger und sorgen für eine höhere Lebensdauer? Wie ist es möglich, die Produktion zu verbessern, wenn die Lebensdauer miniaturisierter Zahnräder in Bezug zu Fertigungsfehlern berechnet werden kann? Wie können technische Produkte auf die Anforderungen der Kunden hin weiterentwickelt und verbessert werden? Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zu diesen Fragen wurden Dr. Michael Schönleber, Dr. Benjamin Häfner und Dr. Simon Klingler von Professor Albert Albers, Leiter des IPEK - Instituts für Produktentwicklung am Karlsruher Institut für Technologie, mit dem Carl-Freudenberg-Preis ausgezeichnet. Die Jury unter der Leitung von Professor Albers würdigte die Arbeit der drei Wissenschaftler. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben. 

„Die Ergebnisse meiner Arbeit helfen in der Forschung und Entwicklung, neue Materialien für Batterien schneller und zielgerichteter zu entwickeln“, so Schönleber, dessen Arbeit den ersten Platz belegte. Rund fünf Jahre hat er während seiner Promotion an dem Thema „Verfahren zur Charakterisierung des Niederfrequenzverhaltens von Lithium-Ionen Batterien“ gearbeitet. Jeden Morgen ging er zuerst ins Labor, um zu prüfen, ob die aktuellen Experimente ordnungsgemäß ablaufen. Tagsüber standen Vorlesungen und die Betreuung von Studenten auf dem Programm, abends widmete er sich wieder seinem Promotionsthema. „Natürlich hatte ich auch manchmal Panik, mich komplett verirrt zu haben, aber auf die größten Krisen folgte oft der größte Erkenntnisgewinn“, so Schönleber. Sein wissenschaftlicher Traum: Die im Innern einer Batterie ablaufenden Vorgänge so gut zu verstehen, dass eine Alterung gezielt vermieden werden kann. „Auf diese Weise möchte ich meinen Teil dazu beitragen, der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen und die Technologie noch umweltfreundlicher zu gestalten“, sagt er. „Als die Nachricht über den Preis kam, konnte ich es zunächst gar nicht glauben. Umso mehr habe ich mich dann gefreut. Da ich gemeinsam mit einem Freund ein Start-up gegründet habe, wird uns die mit dem Preis verbundene Anerkennung sehr helfen.“

„Mein Ansatz ist für die Produktentwicklung nützlich“, sagt Klingler, dessen Arbeit „Eine Methode zur effizienten und effektiven Unterstützung der kontinuierlichen Validierung im Kontext der PGE-Produktgenerationsentwicklung“ den zweiten Platz belegt. „Es geht darum, wie ein Produkt immer wieder überprüft werden kann, damit es genau das ist, was der Kunde braucht und will.“ Als er abends von der Arbeit nach Hause kommt und erfährt, dass er Preisträger ist, freut er sich: „Das war die unverhoffte Ernte der Arbeit in den vergangenen fünf Jahren“, so Klingler.

„Mit meinem Modell können Produktionsprozesse von wichtigen Bauteilen effizienter gesteuert werden, um Kosten zu senken und eine höhere Qualität zu erzielen“, so Häfner über seine ebenfalls mit dem zweiten Platz prämierte Arbeit zu dem Thema „Lebensdauerprognose in Abhängigkeit der Fertigungsabweichungen bei Mikroverzahnungen“. Die untersuchten Zahnräder kommen in Getrieben zum Einsatz, zum Beispiel in der Automobilindustrie, in der Medizintechnik oder in der Robotik. „In der Produktion stellen sich ständig neue technologische Herausforderungen. So ist es zum Beispiel für die Elektromobilität erforderlich, neue Produktionsmethoden zu entwickeln. Für mich ist es spannend, hieran intensiv und im engen Austausch zwischen Unternehmen und Wissenschaft mitzuwirken.“

Die Preisträger 2017

  • Dr. Michael Schönleber: Verfahren zur Charakterisierung des Niederfrequenzverhaltens von Lithium-Ionen Batterien 
  • Dr. Simon Klingler: Eine Methode zur effizienten und effektiven Unterstützung der kontinuierlichen Validierung im Kontext der PGE-Produktgenerationsentwicklung
  • Dr. Benjamin Häfner: Lebensdauerprognose in Abhängigkeit der Fertigungsabweichungen bei Mikroverzahnungen