Mit Wasserdampf in die Zukunft

Er wollte über die Vergangenheit lernen, nun arbeitet er an der Zukunft. Als Gymnasiast belegte Felix Herberg noch die Leistungskurse Geschichte und Altgriechisch. Heute beschäftigt sich der 48-jährige Chemieingenieur mit einer zentralen Antriebstechnologie von morgen: der Brennstoffzelle. In der Zeit dazwischen liegt ein spannender und abwechslungsreicher Werdegang mit 20 Jahren Berufserfahrung bei Freudenberg. 

Als Sales Manager Automotive Filter betreut Herberg seit rund fünf Jahren Kunden im Bereich Zuluftfilter und Befeuchter für mobile Brennstoffzellen. Die Komponenten von Freudenberg Filtration Technologies sorgen darin für mehr Leistung bei höchster Sicherheit. „Freudenberg kann auf eine 20-jährige Erfahrung im Bereich Brennstoffzelle zurückblicken“, sagt er. „Durch unser weitreichendes Know-how sind wir weltweit eng vernetzt mit unseren Partnern und Kunden. Denn nur gemeinsam können wir Entwicklungen in diesem zukunftsorientierten Umfeld richtig steuern.“

Antrieb der Zukunft

Brennstoffzellenfahrzeuge sind Transportmittel, bei denen elektrische Energie aus den Energieträgern Wasserstoff oder Methanol durch eine Brennstoffzelle erzeugt und direkt mit dem Elektroantrieb in Bewegung umgewandelt oder zeitweise in einer Traktionsbatterie zwischengespeichert wird. Der Brennstoffzellenantrieb entwickelt sich dank der hohen Reichweite neben dem konventionellen Batteriekonzept zu einer zentralen Antriebstechnologie von morgen. Bis 2050 könnten laut Annahmen der Internationalen Energieagentur weltweit mehr als 100 Millionen wasserstoffbetriebene Fahrzeuge auf den Straßen fahren. Vor allem über lange Strecken spielt die Technologie ihre Stärken aus. Freudenberg Filtration Technologies unterstützt sie mit der Entwicklung von speziell auf die Besonderheiten der Brennstoffzelle zugeschnittenen Zuluftfiltern und -Befeuchtern. Als Marktführer bietet das Unternehmen ein umfassendes Angebot an standardisierten Produkten und maßgeschneiderten Systemen.

Mobilität bei Freudenberg

Verbrennungsmotor, Hybrid-Technologie, Brennstoffzelle, rein durch Strom betriebene Fahrzeuge oder autonomes Fahren – die Möglichkeiten, um im Straßenverkehr von einem Ort zum anderen zu gelangen, werden vielfältiger. Die Freudenberg Gruppe hat dies im Blick und arbeitet schon heute an Mobilitätskonzepten von morgen. Dabei umfassen die innovativen Lösungen nicht nur Bereiche innerhalb der Elektromobilität.

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Komplexe Herausforderungen

Als Herberg 1999 zu Freudenberg kam, kümmerte er sich zunächst als Produktmanager um Lösungen zur Spezialfiltration, bevor er 2004 als Key Account Manager in den Automobilbereich wechselte.  Im Jahr 2014 übernahm er die Verantwortung für das Thema Brennstoffzelle. Durch sein Studium der chemischen Verfahrenstechnik in Karlsruhe und seine berufliche Erfahrung bei Freudenberg kennt sich der 48-Jährige sowohl mit betriebswirtschaftlichen als auch technischen Fragestellungen aus. Ein großer Vorteil, denn die Herausforderungen für Filter und Befeuchter in Brennstoffzellen-Systemen sind komplex. „Die Zelle und der darin enthaltene Katalysator müssen nicht nur vor kleinsten Feststoffen und Gasen in der zugeführten Luft geschützt werden“, erklärt Herberg. Je nach Einsatzgebiet müssen auch die Umgebungsbedingungen berücksichtigt werden, die der Zelle schaden können – von der salzigen Brise in Küstennähe bis zur alkoholhaltigen Luft beim Einsatz in der Weinproduktion. „Eine effektive Filtration ist unerlässlich, um die hochsensiblen Bauelemente zu schützen und für Sicherheit zu sorgen.“ Das Ziel sei es, technologisch hochentwickelte und zugleich wirtschaftliche Lösungen für diese Problemstellungen zu finden, die anschließend in einer effizienten Industrieproduktion münden.

Derzeit sind es vor allem Nutzfahrzeuge und Busse, die mit Brennstoffzellenantrieben ausgestattet sind. Die Technologie wird jedoch auch bereits erfolgreich in Zügen und PKW eingesetzt. Auch Schiffsantriebe sind als Brennstoffzelle denkbar. Bei einer nachhaltigen Produktion von Wasserstoff fahren Brennstoffzellenfahrzeuge emissionsfrei und tragen zur Verbesserung der Luftqualität in Ballungsräumen bei – denn bei der Wasserstoffreaktion entsteht als Abgas lediglich Wasserdampf.

Know-how aus dem Netzwerk

Gemeinsam mit seinem Team tauscht sich Herberg regelmäßig persönlich mit Kunden aus. „Diese Nähe ist ein wesentlicher Leitsatz bei Freudenberg und trägt dazu bei, Marktentwicklungen vorausschauend zu erkennen und die Erwartungen unserer Kunden zu erfüllen. Im aktuellen Entwicklungsstadium der Brennstoffzellentechnologie profitieren wir besonders von diesem direkten Feedback.“ Freudenberg ist dank seiner langjährigen Expertise auf dem Gebiet bestens vernetzt in der Branche. Im Sinne des Freudenberg-Mottos „Innovating Together“ greifen der Filter-Fachmann und sein Team gleichzeitig auf ein großes internes Netzwerk zurück und besprechen Entwicklungen im Bereich Brennstoffzelle auch regelmäßig mit den gruppenweiten Experten für Dichtungen und Gasdiffusionsanlagen. Als Hobby-Chorsänger kann er einen Vergleich zur Musik ziehen: „Nur wenn wir gemeinsam an einem Stück arbeiten, schaffen wir die Möglichkeit für Gleichklang und Harmonie.“ 

Sein großes Interesse an historischen Themen steht dabei nur scheinbar im Widerstand mit seinem zukunftsorientierten beruflichen Schwerpunkt: „Die Menschheit hat in der Vergangenheit bereits viele Herausforderungen erfolgreich gemeistert. Das gibt mir Gelassenheit für die Zukunft. Wir können sie zwar nicht vorhersehen, aber wir können daran arbeiten, das Leben der nachfolgenden Generationen besser zu gestalten.“


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