„Es ist wichtig, dass unsere Kunden unser breites Produktportfolio erleben“

Interview mit Dr. Tilman Krauch zur NAIAS Auto Show 2018

Am Sonntag schloss in Detroit, Michigan, die North American International Auto Show (NAIAS) ihre Tore. Freudenberg bündelte die Leistungsfähigkeit seiner Geschäftsgruppen und präsentierte während der Medien- und Expertentage sein breites Technologiespektrum. Vor Ort war auch Vorstandsmitglied Dr. Tilman Krauch. Im Interview zieht der CTO der Freudenberg Gruppe ein Fazit aus der Veranstaltung und seines Besuchs der Messe

Herr Dr. Krauch, welche Erkenntnisse haben Sie aus Detroit gewonnen?

Dr. Tilman Krauch: Die NAIAS hat gezeigt, dass die Faszination von Mobilität ungebrochen ist. Eine sehr tatkräftige und zukunftsorientierte Automobilbranche in Amerika ist bereit, sich auch den Herausforderungen durch neue Technologien zu stellen.

Was bedeutet dies für die Freudenberg Gruppe?

Krauch: Dass die Innovationskraft eines Unternehmens wie Freudenberg hin zur neuen Mobilität, aber auch zur Verbesserung und Effizienzsteigerung existierender Antriebssysteme einen wesentlichen Beitrag leistet. Das Thema neue Mobilität gewinnt bei Automobilherstellern und -zulieferern zunehmend an Bedeutung – diese sind dabei, ihre Vorgehensweise an die technischen Möglichkeiten und neuen Kundenanforderungen anzupassen. Zentrum der amerikanischen Automobilindustrie ist Detroit und deshalb sind wir dort mit unseren innovativen Lösungen genau am richtigen Ort.

Welchen Mehrwert generierte die Freudenberg-Veranstaltung?

Krauch: Wir hatten gute Gespräche mit Kunden an einem tollen Ort genau gegenüber dem Cobo-Center. Besonders beeindruckend für unsere externen, aber auch internen Gäste war die Vielseitigkeit unserer Ansätze und die vielen Überschneidungen, die sich zwischen den einzelnen Lösungen ergeben – egal ob sie aus dem Dichtungs-, dem Vibrations- oder dem Innenausbausegment kommen. Wenn wir all diese Technologien auch in Richtung neue Mobilität ausrichten, lassen sich neue Potenziale erschließen und Synergieeffekte schaffen.

Ist es dazu wichtig, vor Ort zu sein?

Krauch: Es ist wichtig, dass unsere Kunden unser breites Produktportfolio erleben und unsere hochtechnologischen Lösungen in den unterschiedlichen Anwendungsbereichen in den eigenen Händen halten können. Die Ausstellung war auf die Highlights konzentriert und die Experten aus den Geschäftsgruppen gaben einen guten Überblick.

Stand primär die E-Mobilität im Vordergrund?

Krauch: Wir sind Partner unserer Kunden für alle Antriebsarten, den Verbrennungsmotor, Hybride, rein elektrisch betriebene Autos und Brennstoffzellenfahrzeuge. Insofern ist es uns wichtig, Lösungen zu schaffen, um den CO2-Ausstoß von Verbrennungsmotoren zu verringern wie auch neue Produktlösungen unter anderem für die Batterietechnologie vorzustellen.

Wird sich Freudenberg weiterhin breit aufstellen oder sich auf einzelne Bereiche fokussieren?

Krauch: Unsere breite Diversifizierung macht uns stark. Ob Spezialschmierstoffe, Dichtungen, Vliesstoffe als Separatoren, völlig neue Filter-Entwicklungen oder Vliese für den Fahrzeuginnenraum – wir bieten auch in Zukunft ein sehr breites Portfolio. Nehmen sie die Akustik im Auto. Dadurch, dass die Vibration durch den Motor entfällt – die im unteren Tonspektrum abläuft – werden Geräusche im höheren Frequenzbereich hörbar. Das kann eine neue akustische Störquelle sein. Deshalb arbeitet unsere Geschäftsgruppe Vibracoustic an Luftfedern, die sich flexibel einstellen lassen und somit die Geräuschkulisse innerhalb des Fahrzeugs sowie die Aerodynamik des Autos verändern. Es ergeben sich also viele – auch ganz neue – Chancen für unser Produktportfolio.