Nachhaltigkeit:

In 4 Stufen zur Klimaneutralität

Grundwerte und Geschäftsinteressen sind für Freudenberg kein Widerspruch. Schon gar nicht beim Thema Nachhaltigkeit. Unser Engagement für den Klimaschutz ist unternehmerisch sinnvoll und verantwortungsvoll gegenüber unseren Mitmenschen und der Umwelt. Dafür steht Freudenberg ein, und deshalb ist es für uns selbstverständlich, den Global Compact der Vereinten Nationen zu unterstützen.

Es gibt einen menschengemachten Klimawandel. Der muss gestoppt werden, um der Verantwortung gegenüber künftigen Generationen gerecht zu werden.

Der Begriff Nachhaltigkeit ist zum weltweiten Modewort in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft avanciert. Er behandelt per Definition soziale, ökologische und ökonomische Aspekte und ist gleichbedeutend mit fairem, klimaneutralem, engagiertem oder verantwortungsvollem Handeln. Dass alle darüber reden, macht es nicht einfacher, den Begriff zu fassen. Eines aber ist inzwischen klar geworden: Nachhaltigkeit ist nicht leicht zu haben. Ziele zu setzen, ist wichtig, der Weg dorthin aber mindestens genauso bedeutsam.

Die Position von Freudenberg dazu ist klar. Wir möchten dazu beitragen, unseren Planeten langfristig lebenswert zu erhalten. Diese Haltung entspricht der Brundtland-Definition der UN aus dem Jahr 1987. Es bedeutet, so wenig Müll und Kohlendioxid wie möglich zu erzeugen und den Einsatz von Wasser, Energie und Material zu minimieren. Unser Engagement für den Klimaschutz ist aber auch unternehmerisch notwendig. Denn je nachhaltiger wir handeln, desto attraktiver sind wir beispielsweise für große Automobilhersteller, die uns als Zulieferer in ihre eigenen Nachhaltigkeitsprogramme einbinden. Blicken wir in die Zukunft, wird es noch deutlicher: Produkte, die wir morgen verkaufen wollen, müssen nachhaltig sein. Das erfordert Innovationen. Für Freudenberg als Technologiekonzern bedeutet dies eine Riesenchance. Es besteht deshalb kein Widerspruch zwischen einem verantwortungsvollen Umgang gegenüber unseren Mitmenschen und der Umwelt und wirtschaftlichen Interessen.

Freudenberg macht ernst beim Klimaschutz

Freudenberg möchte bis 2045 ein klimaneutrales Unternehmen sein. Die Ernsthaftigkeit, die das Unternehmen dabei an den Tag legt, hat mit den Grundwerten und einem traditionellen Verantwortungsgefühl zu tun. Und sie belegt die wirtschaftlichen Chancen, die ein konsequenter Nachhaltigkeitskurs bietet.

Freudenberg hat seinen Weg definiert, um eine klimaneutrale Produktion seiner Güter zu erreichen. Ein erstes Etappenziel lautet, den relativen CO2-Ausstoß, gemessen pro Million Umsatz, aus dem Jahr 2020 bis zum Jahr 2025 um 25 Prozent zu reduzieren. Bis zum Jahr 2045 möchte Freudenberg ein klimaneutrales Unternehmen sein. Die Grundlage für diese ehrgeizigen Ziele legte das Unternehmen in einem umfassenden Projekt mit dem Namen „Sustainability drives Climate Action“. Seit 2019 werden darin die Chancen und die Herausforderungen analysiert, die der menschengemachte Klimawandel für Freudenberg mit sich bringt. Dabei setzt das Unternehmen auf eine mehrstufige Strategie aus Energieeinsparung, Elektrifizierung, dem Einkauf und der eigenen Produktion von grünem Strom und der Kompensation des CO2-Ausstoßes, die in Teilen gleichzeitig umgesetzt wird.

Der Weg zur Klimaneutralität ist ein Langstreckenlauf. Freudenberg will sich nicht auf den Schlussspurt verlassen. Unser Credo lautet: Je schneller wir vorankommen, desto besser.

Wann in den einzelnen Geschäftsgruppen klimaneutral produziert wird, hängt von vielen Faktoren ab. Das Ausgangsniveau unterscheidet sich dabei erheblich, beispielsweise bei der Frage, wie viel Energie für die Produktionsprozesse benötigt wird. Ebenso verschieden sind die technologischen Hürden, die es in der Forschung und Entwicklung zu meistern gilt. Eine wichtige Rolle spielen auch unsere Kunden.

Hier gibt es Vorreiter, die schon heute hohe Anforderungen an die Geschäftsgruppen stellen. Deshalb sagen wir, dass jedes Unternehmen der Freudenberg-Gruppe seinen eigenen Weg und sein eigenes Tempo finden muss. Wichtig ist, dass wir unsere Fortschritte belegbar messen und dokumentieren können, damit alle das gemeinsame Ziel, bis 2045 klimaneutral zu sein, erreichen.

Den Energieverbrauch an allen Standorten senken

Die Grundlage für einheitliche und vergleichbare Energiestandards in der Freudenberg-Gruppe legt die Initiative „Bee – Be energy efficient“. Als wichtiger Baustein des Projekts „Sustainability drives Climate Action“ deckt es seit 2019 die Einsparpotenziale der Standorte auf und betrachtet dabei insbesondere die Themen Energieverbrauch, Prozesstechnologie sowie die Energieeffizienz von Bestandsgebäuden und Neubauten. Bisher haben weltweit rund 25 Standorte daran mitgewirkt. Die Ergebnisse zeigen, dass durchschnittlich 25 Prozent des Energieverbrauchs eingespart werden können. In der nächsten Stufe des Programms haben die Energieeffizienz-Expertinnen und -Experten ein flexibles Beratungskonzept für die Standorte entwickelt. Es reicht von schnell umsetzbaren Maßnahmen bis zu Entscheidungshilfen für langfristige Investitionen in die Produktionsanlagen. Abgerundet wird das Angebot durch die Bee Academy – ein umfassendes Online-Schulungsprogramm zu Grundlagen des Energiemanagements und der Energieeffizienz.

Freudenberg ist ein verlässlicher Partner für Energieversorger und konnte im Jahr 2021 langfristige Lieferverträge für Grünstrom abschließen.

Im Jahr 2021 standen vornehmlich die Säulen zwei und drei der vierstufigen Strategie im Fokus: den Energiebedarf zu elektrifizieren und diesen Strom vollständig aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind-, Sonnen- und Wasserkraft zu beziehen.

Freudenberg gilt als besonders verlässlicher Partner, wodurch es 2021 gelang, langfristige Lieferverträge für Grünstrom mit den Energieversorgern abzuschließen. In diesen sogenannten Power Purchase Agreements ist der Strompreis über zehn Jahre festgeschrieben. Sie sind ein zentraler Pfeiler, um die Klimaziele von Freudenberg zu erreichen, und tragen darüber hinaus viel dazu bei, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien voranschreitet. Um die Fortschritte in puncto Nachhaltigkeit zu belegen und die Verbesserungen der weltweiten Standorte sichtbar zu machen, bezieht Freudenberg schon heute viele Aspekte in die Berechnung der Leistungskennzahlen ein. In der laufenden Strategieperiode 2021 bis 2023 führt das Unternehmen dafür ein elektronisches Nachhaltigkeits-Reporting-System für alle Geschäftsgruppen ein.

  • Funktionsprinzip einer Brennstoffzelle: Wasserstoff spaltet sich in Protonen und Elektronen.

  • Für die Marken Vileda oder O-Cedar von Freudenberg Home and Cleaning Solutions kommt PET-Granulat aus recycelten Quellen zum Einsatz.

Der Wunsch nach nachhaltigen Produkten ist eine Riesenchance

In den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen des Unternehmens liegt der Fokus schon heute auf zukunftsfähigen, nachhaltigen Innovationen. Die Produkte für Batterie und Brennstoffzelle bieten technologische Lösungen, mit denen wir die Weichen für eine neue Mobilität mitgestalten, und zwar zu Land mit Pkw, Lkw, Bus oder Bahn, aber auch zu Wasser mit dem Schiff und für Flugzeuge in der Luft. Als Pionier in der Kreislaufwirtschaft gehen wir zudem bis heute bei der Wiederverwertung von PET-Flaschen voran und verarbeiten jährlich fünf Milliarden Plastikflaschen, die sonst auf dem Müll landeten, zu Rohstoff. Eigenes nachhaltiges Handeln wird in vielerlei Hinsicht zu einer Eintrittskarte in die Märkte der Zukunft. Die politischen Entscheidungen und Regularien der EU, angefangen bei den Emissionsgrenzen für Fahrzeuge bis hin zum Green Deal und der Taxonomie, zielen in dieselbe Richtung. Freudenberg bestärkt dies, seine Klimaziele mit Ernsthaftigkeit zu verfolgen.

Gruppenweite Leistungskennzahlen zur Nachhaltigkeit

Die drei wichtigsten Handlungsfelder für alle Geschäftsgruppen sind: Energieeffizienz, CO2-Emissionen und Abfall. Dafür hat das Unternehmen gruppenweit acht Leistungskennzahlen (Key Performance Indicators) eingeführt, die seither Transparenz über die Verbesserungen in diesen Bereichen schaffen und helfen, Nachhaltigkeit bei Freudenberg voranzutreiben. 

Als Basis für die Berechnung und die Ambition der Freudenberg-Gruppe, den relativen CO2-Ausstoß gemessen pro Million Umsatz bis 2025 um 25 Prozent zu reduzieren, dienen die Werte aus dem Jahr 2020. 65 Tonnen CO2 pro eine Million Euro Umsatz ist die Zielmarke bis 2025. Bezieht man die Gesamtmenge an Grünstrom ein, die Freudenberg im Jahr 2021 mittels Zertifikaten und direkt bei den Energieversorgern eingekauft hat, liegt die Einsparung mit fast 10 Prozent deutlich über Plan.

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Nachhaltigkeit hat bei Freudenberg zwei Dimensionen

Zum einen geht es darum, wie das Unternehmen eigene Prozesse gestaltet und Anlagen nutzt, um Ressourcen zu schonen (Footprint). Zum anderen bietet Freudenberg zahlreiche Produkte und Lösungen, die es Kunden erlauben, effizienter und nachhaltiger zu fertigen oder ihre Produkte ressourceneffizienter zu machen (Handprint). 

Bei Handprint und Footprint geht es immer um Ressourcen- und Energieeffizienz und damit immer um Technologie.

Durch die Verkleinerung des eigenen Footprint und die Vergrößerung des Handprint beim Kunden trägt Freudenberg weltweit zu mehr Nachhaltigkeit bei.

Materialien

Materialeffizienz
Recyclierte, erneuerbare und Ersatzmaterialien
End-of-Life-(EOL-) Handhabung der Produkte

Abfall

Abfallhandhabung

Energie

Energieeffizienz Erneuerbare Energie

Emissionen

Luftverschmutzung

Wasser

Wasserverschmutzung, Wasserverbrauch

Die fünf Themen Materialien, Abfall, Energie, Emissionen und Wasser haben dabei die größte Relevanz für die Unternehmensgruppe als Ganzes, wobei nicht alle Themen für alle Geschäftsgruppen die gleiche Bedeutung haben. Wasser zum Beispiel wird in manchen Geschäftsgruppen kaum verwendet, in anderen dagegen spielt es eine große Rolle, insbesondere wenn die Produktionen in wasserarmen Regionen wie Indien angesiedelt sind. Auch bei Materialien ist das Bild nicht einheitlich. Manche lassen sich recyceln, andere wie Elastomere (Kautschuk, Gummi) nicht.

Der UN-Global-Compact-Fortschrittsbericht 2021 von Freudenberg

So setzt Freudenberg den Global Compact der Vereinten Nationen und die Ziele für nachhaltige Entwicklung um.