Arbeits-, Gesundheits- & Umweltschutz:

Zum Wohl von Mensch und Umwelt

Die HSE (Health, Safety and Environment)-Richtlinie enthält die HSE-Prinzipien und konkretisiert die Werte und Grundsätze der Freudenberg-Gruppe für den Bereich HSE. Übergeordnete Ziele sind das Vermeiden aller Unfälle, der vorbeugende Gesundheitsschutz und die kontinuierliche Verringerung negativer Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Umwelt.

Freudenberg fühlt sich dem Wohl seiner Mitarbeitenden und deren persönlicher Entwicklung verpflichtet. Arbeits- und Gesundheits- und Umweltschutz werden bei Freudenberg auf allen Hierarchie-Ebenen gefördert und sind integrale Bestandteile aller Prozesse.

Dadurch ist es gelungen, die Zahl der Unfälle in der Freudenberg-Gruppe auf ein im Branchenvergleich niedriges Niveau zu senken und dort zu halten. Zur kontinuierlichen Verbesserung werden bestehende Maßnahmen weiterentwickelt und um innovative Ansätze ergänzt. Der Erfolg im Arbeitsschutz steht beispielhaft für andere Bereiche, in denen Freudenberg sich ebenfalls kontinuierlich verbessert. Neben der Verringerung von Umweltauswirkungen ist dies insbesondere der Gesundheitsschutz.

Gerade im Jahr 2021 waren gesundheitsrelevante Hilfestellungen und Informationen gefragt. Die Freudenberg-Safe-Work-COVID-19-Guideline gibt den Standorten praktische Hilfestellungen zum Umgang mit der Pandemie. Auf dem gruppenweiten Intranet Freudenberg-Portal wurden Praxisbeispiele aus verschiedenen Freudenberg-Standorten zu Themen wie Reinigungs- und Desinfektionsverfahren oder dem Training der Mitarbeitenden zur Verfügung gestellt, aber auch Informationen zu Impfaktionen kommuniziert. Gleichzeitig wurden Angebote im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention für die Mitarbeitenden umgesetzt. Besonders gefragt war beispielsweise Unterstützung im Umgang mit Unsicherheit, Ängsten oder neuen Arbeitsformen, wie mobilem Arbeiten oder Führen auf Distanz.

Die Sicherheit der Mitarbeitenden im Arbeitsumfeld hat für Freudenberg allerhöchste Priorität. Darüber hinaus findet jährlich eine HSE-Woche statt, in der alle Standorte der Freudenberg-Gruppe aufgerufen sind, HSE-Aktionen über die täglichen Arbeitsabläufe hinaus umzusetzen. Schwerpunktthemen im Jahr 2021 waren neben verschiedenen Schulungen zum Gesundheitsschutz auch Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit, wie das Einsparen von Energie und Vermeiden von Abfällen, sowie gesundes Arbeiten unter Berücksichtigung von ergonomischen Aspekten – auch beim mobilen Arbeiten.

Über interne und externe Auditprozesse sowie die Durchführung von einheitlichen HSE-Assessments an den Standorten aller Geschäftsgruppen wird die Umsetzung von internen Standards und Programmen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit, des Gesundheits- und Umweltschutzes sowie des Brandschutzes überprüft. Die Erkenntnisse aus den Audits werden systematisch ausgewertet und Maßnahmen innerhalb der jeweiligen Geschäftsgruppen, aber auch unternehmensweit implementiert.

Managementsysteme

Die Ausweitung der Managementsysteme für Arbeitsschutz (OHSAS 18001 und Umstellung auf ISO 45001) und Umweltschutz (ISO 14001) wurde im Geschäftsjahr 2021 fortgesetzt.

Zur Verbesserung des Energieverbrauchs und damit zur Verringerung der Umweltauswirkungen durch industrielle Tätigkeit führen viele Standorte Energiemanagementsysteme gemäß DIN EN ISO 50001 beziehungsweise EN 16246 ein. Die Geschäftsgruppen Freudenberg Sealing Technologies, Freudenberg Performance Materials, Freudenberg Filtration Technologies, EagleBurgmann und Vibracoustic haben an vielen deutschen Produktionsstandorten entsprechende Managementsysteme etabliert. Weitere Produktionsstandorte von EagleBurgmann in Österreich, Freudenberg Home and Cleaning Solutions in Schweden und Freudenberg Performance Materials in Frankreich sind diesem Vorbild gefolgt.

Investitionen

Der Anteil der direkten Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz-Investitionen an den gesamten Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien lag bei 10,1 Prozent (Vorjahr: 6,1 Prozent). Seit dem Jahr 2021 gibt es eine zusätzliche Kategorie der Nachhaltigkeitsinvestitionen. Hauptaugenmerk liegt hier auf der Reduzierung des Energieverbrauchs und der Kohlenstoffdioxid-Emissionen. Der Anteil der Nachhaltigkeitsinvestitionen lag im Jahr 2021 bei 1,6 Prozent.

Umweltschutz

Freudenberg fühlt sich dem Schutz der Umwelt verpflichtet und übernimmt Verantwortung dafür, sein Handeln so umweltverträglich wie möglich zu gestalten.

Ziel ist es, nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt über die gesamte Wertschöpfungskette kontinuierlich zu reduzieren, indem das Unternehmen Ressourcen effizienter nutzt, Emissionen verringert, Energie, Wasser und andere Betriebsstoffe einspart sowie Transportprozesse optimiert.

Beispielhaft für die Aktivitäten der Unternehmensgruppe in diesem Bereich steht das Projekt des Freudenberg-Unternehmens Klüber Lubrication: Ein multidisziplinäres Team konnte nach umfangreichen Tests in Labors und Produktion ein alternatives Reinigungsmittel identifizieren. Es ist um den Faktor 170 weniger klimaschädlich und reinigt sogar effizienter. Mittelfristig werden Emissionen um bis zu 30.000 Tonnen CO2-Äquivalente jährlich reduziert. Weitere Emissionen von etwa 60.000 Tonnen CO2-Äquivalenten jährlich werden bei Kunden vermieden, sobald ab 2022 das Lösemittel auch als Rohstoff ersetzt ist.

CO2-Einsparungen (durch ein Projekt von Klüber Lubrication )

0 Tonnen CO2-Äquivalente, jährlich

Emissions-Reduktion mittelfristig durch Einsatz eines alternativen Reinigungsmittels

0 Tonnen CO2-Äquivalente, jährlich

geplante Emissionsvermeidung durch Rohstoffumstellung beim Kunden

Ereignisse

Im Jahr 2021 gab es in der Freudenberg-Gruppe 46 Umwelt- und Krisenmanagementereignisse (Vorjahr: 38 Ereignisse).

Nach schweren Überflutungen in Europa und in den USA kam es am Standort von Freudenberg Sealing Technologies in Remagen, Deutschland, sowie am Standort von Freudenberg Performance Materials in Asheville, USA, zu Betriebsunterbrechungen.

Mehrere kleinere Brände ereigneten sich an den Standorten von Vibracoustic in Morganfield und Carmi, USA, von Freudenberg Performance Materials in Kaiserslautern, Deutschland, von Freudenberg Sealing Technologies in Luserna, Italien, und in Kufstein, Österreich, und von Freudenberg Filtration Technologies in Kaiserslautern, Deutschland. In Taiwan kam es in einem externen Lager eines Drittanbieters, in dem Vliesstoffprodukte von Freudenberg Performance Materials gelagert waren, zu einem Großbrand, der zu einem Totalschaden mit Verlust der gelagerten Waren führte.

Weitere Umweltereignisse waren Verunreinigungen der Regenwasserkanalisation im Industriepark Weinheim, Deutschland, und die Freisetzung von lösungsmittelhaltiger Abluft am Standort von Freudenberg Performance Materials in Hückelhoven, Deutschland.

Darüber hinaus ereigneten sich weitere Umwelt- und Notfallmanagementereignisse wie Fehlalarme, Wasserschäden oder medizinische Notfälle.

Ressourcenverbrauch

Im Jahr 2021 hat Freudenberg 2,6 Millionen Megawattstunden Energie eingesetzt (Vorjahr: 2,3 Millionen Megawattstunden). Der Energieeinsatz verteilte sich im Wesentlichen auf folgende Energieträger:

  • fremdbezogene Energie (Strom, Dampf und Fernwärme, die außerhalb der Freudenberg-Standorte erzeugt wurden; 1,64 Millionen Megawattstunden)
  • Gas (0,93 Millionen Megawattstunden)
  • Heizöl (0,03 Millionen Megawattstunden)

Durch die eingesetzten 2,6 Millionen Megawattstunden sind Kosten von insgesamt etwa 266 Millionen Euro entstanden. Der Anteil der Energiekosten betrug 2,7 Prozent am Gesamtumsatz (Vorjahr: 1,8 Prozent).

Altlasten

Die Rückstellungen für Altlasten wurden im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent erhöht. Der Betrag liegt damit wieder auf dem Niveau von 2019.

Auf dem ehemaligen Standort von Freudenberg Sealing Technologies in Pinerolo, Italien, wurde der bestehende Sanierungsplan weitergeführt, ebenso die bestehenden Grundwasserüberwachungsprogramme – unter anderem bei Klüber Lubrication in São Paulo, Brasilien, und Freudenberg Sealing Technologies in Montrond, Frankreich.

Am Standort Weinheim und bei Freudenberg Sealing Technologies in Bristol, USA, und Chem-Trend in Howell, USA, wurden Überwachungsanforderungen der Behörden umgesetzt.

Gesundheitsschutz

Die anhaltende COVID-19-Pandemie schränkte im Berichtsjahr weiterhin das tägliche Leben ein und hatte Einfluss auf die Art, wie wir arbeiten. Im Fokus standen Themen wie Hygienekonzepte, Aufklärung zu Infektionen, Corona-Schutzimpfungen und mobiles Arbeiten.

Die Unterstützung im Rahmen der COVID-19-Pandemie, die Freudenberg seinen Mitarbeitenden bereits bietet, wurde verstärkt kommuniziert. Weitere gesundheitsrelevante Strukturen und Angebote wurden geschaffen, um die Mitarbeitenden bestmöglich zu begleiten und zu informieren – ob im Büro, in der Produktion oder beim mobilen Arbeiten.

Im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung wurde der ursprünglich für 2020 geplante Themenschwerpunkt „Ernährung“ aufgegriffen. Angebote und Themen wurden dabei oft im Hinblick auf die Pandemie angepasst. Als Beispiel sei hier die Ernährung als Stärkungsfaktor für das eigene Immunsystem genannt. Besonders wurde auch der Einfluss der Pandemie auf die psychische Gesundheit deutlich. Daher wurde die Zusammenarbeit mit Psychologen nochmals verstärkt, einige Angebote bereits umgesetzt sowie dieses wichtige Thema als Schwerpunkt für Initiativen im Jahr 2022 ausgewählt.

Die Verleihung des Freudenberg-weiten „We all take care“-Awards wurde im Berichtsjahr erneut als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Sowohl Jury-Meetings als auch die Award-Zeremonie fanden remote statt. Sehr viele Projekte beschäftigten sich mit der Pandemie und dem Schutz und der Gesundheit der Mitarbeitenden.

Das Gewinnerprojekt in der Gruppe „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ wurde von Freudenberg Home and Cleaning Solutions in Parets del Vallés in Spanien eingereicht. Das Vorgehen hinter dem Projekt „Iberica Team spreads worldwide its… Healthy Lifestyle!” widmete sich ganzheitlich der Gesundheit. Besonders positiv dabei war, dass die Aktivitäten über Ländergrenzen hinweg betrieben wurden und dem Leitspruch „Innovating Together“ mit viel Herzblut gefolgt wurde.

Arbeitsschutz

Für das interne Berichtswesen wird bei Freudenberg die LDIFR (Lost Day Incident Frequency Rate) genutzt. Diese Kennzahl dient als nicht finanzieller Leistungsindikator der Freudenberg-Gruppe. Gemessen werden alle Arbeitsunfälle mit mindestens einem Ausfalltag, bezogen auf eine Million geleistete Arbeitsstunden. Sie lag im Berichtsjahr bei 1,3 (Vorjahr: 1,5).

0 LDIFR (Lost Day Incident Frequency Rate)

alle Arbeitsunfälle mit mindestens einem Ausfalltag, bezogen auf eine Million geleistete Arbeitsstunden

Die Gesamtzahl der Unfälle ab einem Tag Arbeitsausfall betrug im Berichtsjahr 132 (Vorjahr: 148). Im Jahr 2021 ereigneten sich wie im Vorjahr drei schwere Unfälle.

Beim Arbeitsschutz liegt der Schwerpunkt der Maßnahmen neben dem sicherheitsbewussten Verhalten aller Mitarbeitenden auf der Gestaltung sicherer Arbeitssysteme. Dies zeigen erfolgreiche „We all take care”-Projekte.

Wer nur 15 Sekunden über die aufzunehmende Tätigkeit nachdenkt, vermeidet Arbeitsunfälle, so die Botschaft des Projektteams von Vibracoustic im türkischen Bursa. Um die Mitarbeitenden für diese einfache, aber effektive Methode zu sensibilisieren, organisierte das Team eine Sicherheits-Schnitzeljagd, bei der die Teilnehmenden im Produktionsbereich 28 Gefahrensituationen ausmachen mussten. Mit der 15-Sekunden-Regel wird das Sicherheitsbewusstsein am Standort weiter geschärft.

Der chinesische Standort Nantong von Freudenberg Performance Materials stellte seine Produktionsprozesse um und eliminierte damit nicht nur Sicherheitsrisiken, sondern erhöhte auch die Effizienz. Einzelne Arbeitsschritte, zum Teil manuelle Eingriffe in den Prozess, konnten durch eine Umgestaltung der Anlage optimiert und reduziert werden. Zusätzlich wurde eine Online-Fehlererkennung implementiert, die nicht nur den Inspektionsprozess beschleunigt, sondern auch den Arbeitsaufwand für die Qualitätsprüfung reduziert. Das Projektteam schaltete dadurch nicht nur Sicherheitsrisiken aus, sondern steigerte die Effizienz um 20 Prozent.

Die interne Safety-Boost-Initiative wurde auch 2021 fortgeführt. Mit ihr werden die Arbeitssicherheitsaktivitäten kontinuierlich intensiviert und fokussiert. So werden unsichere Situationen, Arbeitsunfälle, Umweltereignisse und Brände mit hohen Risiken untersucht und Freudenberg-weit berichtet.

Aus dem Schwerpunktthema Sicherheitskultur resultierten diverse Programme in den Geschäftsgruppen, beispielsweise ViBeS (Vibracoustic Be Safe!).  Im Rahmen des Projektes wurde eine App entwickelt und verbreitet, die ursprünglich über die HSE-Aktivitäten informierte. Während der Corona-Pandemie wurde sie jedoch ebenfalls dafür genutzt, Mitarbeitende über Aktuelles rund um Corona zu unterrichten. So konnten die unterschiedlichen Informationen, Trainings oder Ansprechpartner an einer zentralen Stelle gebunden werden, was die Kommunikation und Akzeptanz wesentlich erleichterte.

Zudem konzentrierte sich die Safety-Boost-Initiative 2021 auf die Themen Instandhaltung, Trainings und die Diskussion zu proaktiven Sicherheitskennzahlen.

Der UN-Global-Compact-Fortschrittsbericht 2021 von Freudenberg

So setzt Freudenberg den Global Compact der Vereinten Nationen und die Ziele für nachhaltige Entwicklung um.