Freudenberg - Innovating Together

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Pressemitteilungen

Katheter retten seit 50 Jahren Leben
Freudenberg entwickelt Lösungen für die Medizintechnik

Vor 50 Jahren behandelte der US-amerikanische Radiologe Charles Dotter zum ersten Mal eine Gefäßverengung mit einem selbst gebauten Katheter. Ein Meilenstein in der Behandlung der koronaren Herzkrankheit, bei der die das Herz versorgenden Gefäße sich verengen oder verkalken. Heute werden in Deutschland pro Jahr 720.000 Herzkatheter-Untersuchungen durchgeführt. Freudenberg entwickelt und produziert viele Produkte für die Medizintechnik. Beispiele dafür sind Katheter sowie medizinische Ballons und extrudierte medizinische Schläuche, die von der Geschäftsgruppe Helix Medical hergestellt werden. „Medizintechnik ist ein Zukunftsmarkt mit großem Potenzial“, so  Dr. Mohsen Sohi, Sprecher des Vorstands der Freudenberg Gruppe. „Als Technikspezialist mit langjähriger Erfahrung bietet Freudenberg Werkstoffkompetenzen und Produktlösungen, die in diesem Markt gefragt sind.“
 
In Deutschland leiden über eine Million Menschen an der koronaren Herzkrankheit, mehr als 340.000 Patienten sterben jährlich an den Folgen. Durch den Einsatz von Stents und Ballonkathetern können die Herzkranzgefäße auf behutsame Weise geweitet und offen gehalten werden. Wichtig ist, dass die Schläuche für solche Katheter gut kontrollierbar, stabil und gleichzeitig sehr flexibel sind. Freudenberg leistet dazu durch Forschung und Entwicklung von Kathetern und anderen Komponenten einen wichtigen Beitrag. „Helix Medical forscht und entwickelt zum Nutzen der Patienten innovative, medizintechnische Lösungen“, so Dr. Jörg Schneewind, President und CEO der Geschäftsgruppe Helix Medical.
 
Wie funktioniert eine Herzkatheter- Untersuchung? Der Arzt führt einen vorgeformten, dünnen Kunststoffschlauch über Blutgefäße ein. Dann schiebt er den Katheter unter Röntgenkontrolle bis zu den Herzkammern vor. Hier wird der Druck der Herzkammern gemessen und durch ein Kontrastmittel die Herzkranzgefäße sichtbar gemacht. Nach einem Herzinfarkt werden Katheter auch genutzt, um die verengten Stellen mittels eines sogenannten Stents, einer Gefäßstütze aus Edelstahl, offen zu halten.
 
Zwei Millimeter groß sind die Multilumen-Schläuche aus implantierbarem platinvernetztem Silikon, die Freudenberg für Herzschrittmacher und Katheter entwickelt hat. Im Inneren der stecknadelkopfgroßen Schläuche sind zwischen ein und neun Kanälen, in denen - je nach Verwendung - elektronische Leiter gelagert oder Flüssigkeiten transportiert werden können. Das Silikon-Material muss für mehrere Jahre implantierbar sein. Zugleich müssen die Schläuche hohe Anforderungen an Präzision, Kontrolle und Prozessstabilität erfüllen. Die Schläuche ermöglichen bei Katheter-Untersuchungen ein flexibles, wendiges und genaues Einführen des Katheters.
 
Reinraumproduktion 
Im Reinraum stellen Lars Gerding (links) und René Heilmann von Helix Medical Europe einen implantierbaren Silikonschlauch mit dem Extrusionsverfahren her. 
 
Innovatives Zuführsystem für kabellose Herzschrittmacher
Herkömmliche Herzschrittmacher haben einen Generator, der die Elektroimpulse zur Stimulation des Herzens erzeugt, und Kabel, die diese zum Herz leiten. Das Problem: Für den Generator muss eine chirurgische Tasche in der Herzgegend geschaffen werden und die Kabel können brechen. Diese beiden Aspekte entfallen bei einem kabellosen Herzschrittmacher. Außerdem wird das Infektionsrisiko reduziert und der Komfort für den Patienten erhöht.
 
Freudenberg entwickelt zurzeit ein Zuführsystem für kabellose Herzschrittmacher, das nicht größer ist als eine AAA-Batterie. Das System besteht aus einem steuerbaren Katheter, der den Herzschrittmacher ummantelt mit sich führt und diesen durch die Leistenbeuge zum Herzen bringt. Dort angekommen wird die Ummantelung geöffnet. Vier kleine, ausfahrbare Widerhaken des Herzschrittmachers krallen sich in das Gewebe, fixieren den Schrittmacher dauerhaft und stimulieren das Herz. Das Gerät leistet etwa 7 bis 15 Jahre seine Arbeit.
 
Implantate Herzschrittmacher 
Multilumen-Silikonschläuche für Herzschrittmacher und Herzkatheter
 
Medizintechnik ist Zukunftsmarkt
Freudenberg ist seit 1957 in der Medizintechnik tätig und baut diesen Markt gezielt aus, auch durch Akquisitionen. Seit Ende der 90er Jahre ist Freudenberg in der Forschung, Entwicklung und Herstellung von Herzkathetern aktiv. Seither wurden mehrere Katheter für Herzanwendungen mit und für Kunden entwickelt und an Freudenberg-Standorten in Irland und den USA hergestellt. Ein Beispiel ist ein Ballonkatheter zur Implantation von Stents.
 
Katheter-Anwendungen zeigen weltweit zweistellige Wachstumsraten. Etwas mehr als die Hälfte des Weltmarktes entfallen auf die USA, rund ein Drittel auf Europa und den Nahen Osten, der Rest entfällt auf Asien.
 
Als Katheterspezialist auch für andere Anwendungen - zum Beispiel für die Wirbelsäule - besitzt Freudenberg durch seine langjährige Erfahrung und Expertise in Material und Entwicklung die Möglichkeit, Kunden von Anfang an bei der Entwicklung von Komponenten oder Kathetern zu beraten und gemeinsam mit ihnen Produkte vom Entwurf über die Prüfung bis zur Produktion zu entwickeln. Die Herstellung von Herzkathetern unterliegt hohen Ansprüchen und strengen Auflagen. Die Freudenberg-Standorte werden den hohen Anforderungen an Produktionsverfahren und -ausrüstung gerecht und sind von der FDA (Federal Drug Administration) zertifiziert.
 
Über die Freudenberg Gruppe
Die Freudenberg Gruppe ist ein Familienunternehmen, das seinen Kunden technisch anspruchsvolle und beratungsintensive Produkte und Dienstleistungen bietet. Die Unternehmensgruppe entwickelt und produziert Dichtungen, schwingungstechnische Komponenten, Filter, Vliesstoffe, Produkte zur Oberflächenbehandlung, Trennmittel und Spezialschmierstoffe, medizintechnische sowie mechatronische Produkte. Vor allem für mittelständische Unternehmen entwickelt Freudenberg Softwarelösungen und IT-Dienstleistungen. Unter den Markennamen vileda®, O-Cedar®, Wettex®, Gala® und SWASH® findet der Endverbraucher fortschrittliche mechanische Reinigungsprodukte von Freudenberg im Handel. Im Jahr 2013 beschäftigte die Freudenberg Gruppe rund 40.000 Mitarbeiter in rund 60 Ländern und erwirtschaftete einen Umsatz von mehr als 6,6 Milliarden Euro (inclusive quotaler Konsolidierung unserer 50:50 Joint Ventures). Weitere Informationen zu Freudenberg gibt es im Internet unter www.freudenberg.de.