Im Zuge der weltweiten Geschäftstätigkeit begegnet Freudenberg verschiedensten Risiken und Chancen. Um die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbundenen Risiken frühzeitig identifizieren und kontrollieren und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten zu können, verfügt die Unternehmensgruppe über ein weltweit einheitliches Risikomanagementsystem, welches eine Klassifizierung der Risiken nach Risikokategorie, Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe umfasst. Bei der Einführung des Risikomanagementsystems hat der Abschlussprüfer dessen Funktionsfähigkeit beurteilt und festgestellt, dass dieses System grundsätzlich geeignet ist, Entwicklungen, die sich bestandsgefährdend auf die Unternehmensgruppe auswirken könnten, frühzeitig zu erkennen.
Als international ausgerichtetes Unternehmen ist Freudenberg gesamtwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Bei dem hohen Maß an Unsicherheit über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der meisten Industrieländer unterliegt der Konzern Währungsrisiken und Zinsänderungsrisiken, deren Überwachung im Risikomanagementsystem implementiert ist. Durch den weltweiten Auf- und Ausbau leistungsfähiger Produktionsstandorte wird nicht nur der Einfluss der Änderungen von Währungsparitäten, insbesondere im Verhältnis des US-Dollars zum Euro, reduziert, sondern Freudenberg stellt hiermit auch die Nähe zum Kunden sicher. Darüber hinaus werden Währungs- und Zinsänderungsrisiken in einem sinnvollen Maß abgesichert. In internen Richtlinien ist für die Konzernunternehmen verbindlich festgelegt, dass derivative Finanzinstrumente nicht zu Spekulationszwecken, sondern ausschließlich zur Absicherung von Risiken im Zusammenhang mit Grundgeschäften und den damit verbundenen Finanzierungsvorgängen eingesetzt werden dürfen.
Für Freudenberg als Zulieferer liegen die geschäfts- und produktbezogenen Risiken und Chancen besonders in der Entwicklung der Abnehmerbranchen; hierzu gehören vor allem die Automobilindustrie und der Maschinenbau, die Textil- und Bekleidungsindustrie sowie die Bauindustrie. Den konjunkturellen Risiken der Abnehmerbranchen sowie Preisrisiken begegnet Freudenberg mit dem ständigen Bestreben, die Leistungsfähigkeit gegenüber den Kunden durch innovative und verlässliche Produkte sowie Serviceleistungen kontinuierlich zu steigern. Darüber hinaus trägt die breite Diversifikation der Freudenberg-Gruppe in branchenbezogener und regionaler Hinsicht zu einer Risikostreuung bei. Hierdurch bietet sich einerseits die Möglichkeit eines Risikoausgleichs, andererseits können durch den Ausbau neuer Geschäftsgruppen und -bereiche und durch die Erschließung von Märkten in Regionen mit hohen Wachstumsraten Chancen für die Entwicklung der Unternehmensgruppe geschaffen werden.
Die Freudenberg-Gruppe misst ihren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten eine große Bedeutung bei. Durch den kontinuierlichen Ausbau dieser Aktivitäten wirkt der Konzern nicht nur möglichen Risiken aus dem schnellen Technologiewandel entgegen, sondern sichert durch technologischen Vorsprung auch zukünftig seine Wettbewerbsvorteile.
Auf dem Beschaffungsmarkt bestehen für Geschäftsgruppen und Geschäftsbereiche des Freudenberg-Konzerns Risiken hinsichtlich der Verfügbarkeit und der Preise von Rohstoffen, insbesondere von Stahl, Rohöl und Kautschuk. Diesen Beschaffungsrisiken begegnen die operativen Einheiten durch weltweite Einkaufsaktivitäten sowie durch die Prüfung der Einsatzmöglichkeit von Ersatzrohstoffen und alternativen Produktionsverfahren. Soweit möglich und sinnvoll werden langfristige Verträge vereinbart.
Die Gesellschaften der Freudenberg-Gruppe unterliegen bei ihren geschäftlichen Aktivitäten rechtlichen Rahmenbedingungen und dem Risiko von Rechtsstreitigkeiten. Aufgrund der Funktion als Zulieferer liegt der Schwerpunkt hierbei auf Produkthaftpflichtrisiken. Freudenberg ist bestrebt, diese Risiken durch umfangreiche Qualitätssicherungsmaßnahmen und kontrollen zu vermeiden.
Möglichen Risiken aus dem IT-Bereich begegnet die Freudenberg-Gruppe im Einklang mit einer konzernweit einheitlichen IT-Sicherheitsrichtlinie. Zeitgemäße technische Schutzvorkehrungen werden getroffen und IT-Sicherheitsprüfungen werden regelmäßig durchgeführt. Darüber hinaus wird durch interne Kommunikation das Bewusstsein der Mitarbeiter hinsichtlich des Umgangs mit Informationen und Informationssystemen geschärft.
Von den bei der Herstellung der Produkte eingesetzten Rohstoffen und Verfahren gehen unterschiedliche Auswirkungen auf Umwelt und Arbeitsplatz aus. Für die Freudenberg-Gruppe gilt als Grundsatz, den Einsatz kritischer Stoffe möglichst zu vermeiden. Müssen solche Stoffe zur Einhaltung technischer Spezifikationen zurzeit noch eingesetzt werden, so geschieht dies unter besonderen Schutz- und Vorsorgemaßnahmen. Der hohe Standard im Bereich Umwelt- und Arbeitsschutz schlägt sich seit vielen Jahren unter anderem in der im Branchenvergleich niedrigen Unfallquote nieder. Darüber hinaus wurden und werden besonders im Rahmen der Initiative "We all take care" zahlreiche Projekte durchgeführt, um die Situation über den guten Stand hinaus weiter zu verbessern.
Die Analyse der derzeit erkennbaren Risiken ergibt keine Existenzgefährdung für die Freudenberg-Gruppe.
Die Regeln des Deutschen Corporate Governance Kodex setzt Freudenberg auf freiwilliger Basis weitgehend um. Lediglich die Regelung über die Veröffentlichung der individuellen Bezüge von Unternehmensleitung und Gesellschafterausschuss wird von den für Freudenberg relevanten Regelungen nicht angewendet.