Die Entwicklung der Geschäftsfelder

Die Aktivitäten von Freudenberg sind den vier Geschäftsfeldern Dichtungs- und Schwingungstechnik, Vliesstoffe, Haushaltsprodukte sowie Spezialitäten und Sonstige zugeordnet.

Geschäftsfeld Dichtungs- und Schwingungstechnik

Zum Geschäftsfeld Dichtungs- und Schwingungstechnik gehören folgende fünf Geschäftsgruppen:1 Freudenberg Dichtungs- und Schwingungstechnik Europa, Freudenberg-NOK General Partnership, NOK-Freudenberg Group China, Vibracoustic (Europa) und Burgmann Industries. Im Jahr 2006 erwirtschaftete das größte Geschäftsfeld der Unternehmensgruppe Freudenberg insgesamt 2.788,0 Millionen Euro Umsatz (Vorjahr: 2.692,6 Millionen Euro) und beschäftigte zum Abschlussstichtag 20.762 Mitarbeiter (Vorjahr: 20.717).

Freudenberg Dichtungs- und Schwingungstechnik Europa

Die Geschäftsgruppe Freudenberg Dichtungs- und Schwingungstechnik Europa konnte ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 5,6 Prozent auf 1.074,8 Millionen Euro (Vorjahr: 1.017,8 Millionen Euro) steigern. Für den deutlichen Zuwachs zeichneten alle wesentlichen Geschäftsbereiche – wenn auch in unterschiedlicher Gewichtung – verantwortlich. Auch die Anzahl der Beschäftigten stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr von 8.340 auf 8.501 an.

Das Automobilgeschäft, in dem rund die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet wird, konnte trotz starken Preisdrucks um 3,9 Prozent zulegen. Wachstumsmotor war hier der Bereich der Systemhersteller, der um 8,3 Prozent wuchs.

Überdurchschnittlich war auch der Umsatzanstieg im Bereich Allgemeine Industrie mit der Marke Simrit® von 11,0 Prozent. Nicht nur die gute Konjunktur, sondern auch zahlreiche Neuprojekte bewirkten eine positive Entwicklung in quasi allen europäischen Regionen und eine überplanmäßige Entwicklung der neu gegründeten Verkaufsgesellschaft in Russland.

Ebenfalls erfreulich entwickelten sich die Geschäfte mit Automobil-Ersatzteilen (Corteco) und mit der Chemie- und Prozessindustrie (Freudenberg Process Seals).

Zu den zentralen Weichenstellungen für die weitere Entwicklung der Geschäftsgruppe zählt das neu ge- staltete Innovation Center in Weinheim. Mit der Ende 2006 vollzogenen räumlichen Veränderung einher geht ein noch systematischerer, kundenorientierter Innovationsmanagementprozess. Freudenberg Dichtungs- und Schwingungstechnik Europa hat für seine wichtigsten Branchen die Entwicklungstrends für die nächsten Jahre definiert. Auf dieser Grundlage wurden beispielsweise Dichtungen entwickelt, die dazu beitragen, den Benzinverbrauch und damit den CO2-Ausstoß von Fahrzeugen zu verringern.

Investiert wurde im vergangenen Jahr auch in den Ausbau der Produktion für Spezialdichtungen in C¡eperka, Tschechien, und in ein Logistikzentrum in Lorsch, Deutschland, das als Zentrallager für ganz Deutschland dient. Das neue Distributionszentrum sorgt für eine deutliche Verbesserung der Lieferzu-verlässigkeit bei gleichzeitig geringeren Kosten.

Seit der ersten Hälfte 2006 ist am Standort Oberwihl, Deutschland, eine neue Fabrik für O-Ringe in Betrieb, die in enger Zusammenarbeit mit dem japanischen Partner NOK eingerichtet wurde. Im laufenden Geschäftsjahr soll die globale Ausrichtung des Geschäftsbereichs O-Ringe intensiv vorangetrieben werden. Der weitere Ausbau der globalen Zusammenarbeit mit der NOK und der amerikanischen Freudenberg-NOK General Partnership zählt auch insgesamt zu den wichtigsten Zukunftsprojekten. Daneben will Freudenberg Dichtungs- und Schwingungstechnik Europa sich verstärkt Wachstumsmärkte wie jene für Öl und Gas, Medizintechnik sowie Umwelttechnik erschließen. Zudem sollen die Partnerproduktionen in Mittel- und Osteuropa weiter ausgebaut werden.

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Freudenberg-NOK General Partnership

In Amerika wird das Geschäft der Dichtungs- und Schwingungstechnik vom Jointventure Freudenberg-NOK General Partnership betrieben, an dem Freu-denberg einen Anteil von 75 Prozent und NOK von 25 Prozent hält. Der Umsatz 2006 lag mit 986,0 Millionen US-Dollar um 1,1 Prozent über dem Vorjahresniveau (975,7 Millionen US-Dollar). Durch den insgesamt schwächeren Dollar und die veränderte Wechselkursrelation ergibt sich daraus ein Minus beim Euro-Umsatz von 1,0 Prozent auf 780,6 Millionen Euro (Vorjahr: 788,1 Millionen Euro). Die Zahl der Mitarbeiter ist um 1,6 Prozent auf 6.087 zurückgegangen (Vorjahr: 6.184).

Die insgesamt moderate Umsatzentwicklung ist das Ergebnis gegenläufiger Effekte. Im Automobilgeschäft mit Dichtungen konnte 2006 nicht wieder das Rekordergebnis des Vorjahres erreicht werden, der Umsatz sank auf 510,6 Millionen US-Dollar (Vorjahr: 525,1 Millionen US-Dollar), was vor allem mit dem Absatzrückgang bei den drei großen US-Automobilherstellern im zweiten Halbjahr zusammenhängt. Dies konnte nicht vollständig durch die gestiegenen Marktanteile und ein stärkeres Geschäft mit den japanischen Herstellern aufgefangen werden. Die Entwicklung im Automobilsektor spiegelte sich auch in einem leicht gesunkenen Umsatz im Aftermarketgeschäft mit der Marke Corteco® wider.

Wachstumsimpulse brachten vor allem das Geschäft Schwingungstechnik (Vibracoustic), das hauptsächlich durch Neugeschäft um rund 7 Prozent zulegen konnte, und das unter der Marke Simrit® betriebene Geschäft mit der Allgemeinen Industrie. Hier stieg der Umsatz sogar um 12,2 Prozent auf 156,8 Millionen US-Dollar. Rund die Hälfte des Anstiegs ist auf die Akquisition der Geschäfte von Helix Medical und Imperial Rubber zurückzuführen, mit denen sich Freudenberg-NOK General Partnership in den Märkten Medizintechnik und Öl- und Gasindustrie verstärkt hat. Gleichzeitig konnte über das Wachstum in wichtigen Zielmärkten wie Luftfahrt- und Halbleiterindustrie sowie der Medizintechnik der Gesamtumsatz gesteigert werden. Dem steht der Verkauf eines Geschäfts für den automobilen Aftermarket gegenüber.

Im Geschäftsjahr 2006 wurde in erheblichem Umfang in neue Produktionsanlagen investiert und somit die Stellung im Bereich Technologie, Qualität und Prozess-management gestärkt. Auch 2006 erhielt Freudenberg- NOK General Partnership zahlreiche Auszeichnungen von namhaften Kunden. Gleichzeitig konnten durch ein konsequentes Kostenmanagement und Maßnahmen im Bereich Materialwirtschaft und Logistik erhebliche Kosteneinsparungen erzielt werden.

Für das Jahr 2007 plant Freudenberg-NOK General Partnership trotz der schwierigen Marktbedingungen in der Automobilindustrie erstmals die Umsatzgrenze von einer Milliarde US-Dollar zu übertreffen. Das Wachstum mit den japanischen Automobilherstellern soll fortgesetzt und die Qualität der Produkte weiter verbessert werden. Im Bereich der Allgemeinen Industrie will Freudenberg-NOK General Partnership weiter sowohl intern, aber gegebenenfalls auch durch Zu- käufe wachsen.

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NOK-Freudenberg Group China

In dem Jointventure NOK-Freudenberg Group China haben die beiden Partner Freudenberg und NOK ihre Aktivitäten im Bereich Dichtungstechnik im Wachstumsmarkt China gebündelt und halten jeweils 50 Prozent der Anteile an der gemeinsamen Geschäftsgruppe. Im vergangenen Jahr ist der Umsatz der NOK-Freudenberg Group China sehr deutlich um 70,6 Prozent von 56,1 Millionen Euro im Vorjahr auf 95,7 Millionen Euro gestiegen. Im Umsatz der Freudenberg- Gruppe ist dieser Betrag zu 50 Prozent konsolidiert. Auch bei den Mitarbeiterzahlen verzeichnete die Geschäftsgruppe ein deutliches Wachstum von 20,7 Prozent auf 1.418 Mitarbeiter, Ende 2005 waren es noch 1.175 Beschäftigte. Für 2006 werden nach Beteiligungsquote 709 Mitarbeiter in der Freudenberg- Statistik aufgeführt.

Die NOK-Freudenberg Group China konnte überdurchschnittlich stark vom anhaltenden Wachstum sowohl der Automobilindustrie (29 Prozent) als auch der Allgemeinen Industrie (je nach Marktsegment 20 bis 25 Prozent) in China profitieren. Dabei kam dem Unternehmen unter anderem das gestiegene Qualitätsbewusstsein chinesischer Automobilkunden zugute. In der Automobilindustrie wie auch in der Allgemeinen Industrie konnte NOK-Freudenberg Group China ihre führende Marktstellung weiter stark ausbauen. Die Geschäftsgruppe profitiert von der Einbindung in den weltweiten Freudenberg-NOK-Verbund und kann sich dadurch in puncto Qualität, Produktions-technik und Innovationen von der lokalen Konkurrenz absetzen. Erfolgreich verlief der Start der neuen Produktion für Hydraulikdichtungen durch Merkel NOK-Freudenberg Co. Ltd. in Taicang, China.

Der anhaltende Aufschwung in China schlägt sich allerdings auch in steigenden Löhnen und Gehältern auf allen Ebenen nieder. Außerdem kommen zunehmend Engpässe bei der Suche nach hochqualifizierten Mitarbeitern für Produktion und Verkauf sowie die landesüblich höhere Fluktuationsrate im Vergleich zu anderen Wirtschaftsregionen erschwerend hinzu.

Um weiterhin überdurchschnittlich vom Wachstum des chinesischen Marktes profitieren zu können, plant NOK-Freudenberg Group China weitere Kapazitätserweiterungen und die Installation neuer Produktionsanlagen, mit denen das Produktangebot auf dem chinesischen Markt weiter ausgebaut werden soll. Insgesamt ist die Geschäftsgruppe sowohl für das Geschäft mit der Automobil- und in noch stärkerem Maße für das mit der Allgemeinen Industrie anhaltend optimistisch.

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Vibracoustic (Europa)

In der Geschäftsgruppe Vibracoustic (Europa) ist derzeit das Geschäft mit schwingungstechnischen Lösungen für Personen- und Nutzkraftwagen (PKW und NKW) für Europa und Teile des asiatischen Markts gebündelt. Schwingungstechnische Produkte für den amerikanischen Markt werden – ebenfalls unter dem Markennamen Vibracoustic – durch Freudenberg-NOK General Partnership produziert und vertrieben. Die Geschäftsgruppe Vibracoustic (Europa) konnte ihren Umsatz von 448,7 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 451,0 Millionen steigern, das entspricht einem Wachstum von 0,5 Prozent. Da Ende 2005 der Teilbereich Ansaugsysteme mit dem Standort Bad Salzdetfurth, Deutschland, an die Etimex Technical Components GmbH, Rottenacker, Deutschland, verkauft wurde, spiegelt diese Zahl nur unzureichend das tatsächliche Wachstum wider. Bereinigt um diesen Des-investitionseffekt lag das Wachstum bei 11,4 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter stieg binnen Jahresfrist von 2.060 auf 2.154 Ende 2006 an.

Das Wachstum der Geschäftsgruppe Vibracoustic (Europa) lag im Geschäftsjahr 2006 deutlich über dem Markttrend. Im PKW-Bereich lag das Umsatzwachstum bei 10,3 Prozent gegenüber einer Erhöhung der Bauzahlen (Europa) um 2,1 Prozent, im NKW-Bereich wuchs das Vibracoustic-Geschäft um 18,2 Prozent im Vergleich zu einem Plus von 6,8 Prozent im europäischen Markt. Trotz hoher Lieferanteile konnten bei den etablierten Kunden die Umsätze weiter gesteigert werden. Bemerkenswert ist die Entwicklung im französischen Markt, wo der Umsatz gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt werden konnte. Zusätzlich trugen Anläufe neuer Projekte zum Wachstum bei. Im Jahr 2006 konnte eine ganze Reihe interessanter Neuaufträge gewonnen werden. Beispielhaft sei der Auftrag eines amerikanischen Automobilherstellers für eine globale Produktionsplattform genannt. Ausschlaggebend für den Zuschlag war neben der Technologie- und Kostenführerschaft das globale Netzwerk von Vibracoustic (Europa). Um diesen Wettbewerbsvorteil weiter auszubauen, wurden 2006 die Vorbereitungen zur Etablierung globaler Geschäftsbereiche getroffen. Das Konzept wird unter dem Stichwort „Vibracoustic International“ 2007 planmäßig umgesetzt.

Im Jahr 2006 gelangen Vibracoustic (Europa) zusätzlich wichtige Fortschritte in Wachstumsmärkten. In Russland erhielt das Unternehmen den Zuschlag für die Entwicklung eines Motorlagersystems für einen Bushersteller, in China und Südkorea konnten Entwicklungsprojekte für Luftfedersysteme akquiriert werden.

Restrukturierungsmaßnahmen in den Geschäftsbereichen Fahrwerk und Antrieb mit der Schließung der Werke in Gotha, Deutschland, und in New York, Großbritannien, schufen 2006 Raum für Ergebnisverbesserungen. Die Geschäfte wurden nach Polen und Tschechien verlagert. Interne Verbesserungsmaßnahmen führten dazu, dass trotz gestiegener Materialkosten die angestrebten Einsparziele erreicht werden konnten. Zudem gelang es Vibracoustic (Europa), mit innovativen Neuentwicklungen auf wichtige Trends in der Automobilindustrie (Dieselmotoren, Kraftstoffverbrauch, Sicherheit) zu reagieren und damit seine Technologieführerschaft auszubauen.

Für das Jahr 2007 erwartet Vibracoustic (Europa) ein moderates Wachstum. Wesentliche Impulse werden von der globalen Ausrichtung der drei Geschäftsbereiche („Vibracoustic International“) und dem Projekt „Value Selling“ erwartet, bei dem es darum geht, durch zusätzliche (Service-)Leistungen Potenziale bei der Preisgestaltung zu heben.

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Burgmann Industries

Die Geschäftsgruppe Burgmann Industries produziert vorwiegend Gleitringdichtungen für verschiedene Industriezweige sowie Packungen und statische Dichtun-gen für verschiedene Anwendungen. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte der Umsatz um 4,8 Prozent auf 359,2 Millionen Euro (Vorjahr: 342,7 Millionen Euro) gesteigert werden. Dieser Wert, der in den konsolidierten Freudenberg-Umsatz eingeflossen ist, gibt allerdings nur unzureichend die tatsächliche – erfreu-liche und sehr erfolgreiche – Geschäftsentwicklung wieder. Seit 2004 tritt Burgmann Industries außerhalb Deutschlands mit dem japanischen Partner EKK in einer Allianz für Dichtungstechnik auf. Im Zuge dieser Allianz kam es zu einer Neugliederung des Geschäfts im asiatischen und asiatisch-pazifischen Raum. Betrachtet man die Umsatzentwicklung der Eagle Burgmann Industries Allianz (EBI) insgesamt, dann liegt das Wachstum deutlich höher. Der EBI-Umsatz stieg von 458,1 Millionen Euro auf 500,6 Millionen Euro im Jahr 2006 und damit um 9,3 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter der Geschäftsgruppe Burgmann Industries, die in die Mitarbeiterstatistik der Freudenberg- Gruppe eingeht, sank aufgrund der veränderten Konsolidierung im asiatischen und asiatisch-pazifischen Raum von 3.233 Ende 2005 auf 3.016.

Insgesamt hat sich die Geschäftsgruppe trotz eines starken Preiswettbewerbs und erheblichen Kostendrucks im Hinblick auf Rohstoff- und Energiepreise erfolgreich entwickelt. Das Geschäft wurde insbesondere durch die prosperierende Öl- und Gasindustrie getrieben, die zu den bedeutendsten Abnehmerbranchen zählt. Wichtige Wachstumsregionen der Allianz Eagle Burgmann Industries waren der gesamte asiatische Raum, insbesondere der Mittlere Osten, China und Indien. Aber auch im Heimatmarkt Deutschland konnte Burgmann Industries von der konjunkturellen Belebung profitieren und zweistellig wachsen.

Im Jahr 2006 wurden einige wichtige langfristige Verträge mit internationalen Großkonzernen abgeschlossen, mit denen die Geschäftsgruppe ihre Marktposition festigen und in vielen Regionen ausbauen konnte. Durch die Produktharmonisierung mit dem Partner EKK und eine Steigerung der Präsenz in den USA wurden wesentliche Weichen gestellt. Im ersten Halbjahr 2006 wurde eine russische Tochtergesellschaft in Zavolzhie bei Nizhny Novgorod gegründet. Im Juni wurden zudem zusammen mit EKK die restlichen Jointventure- Anteile (75 Prozent) in Indien erworben. Der Kauf der restlichen Anteile am Burgmann-Jointventure (49 Prozent) in Mumbai, Indien, hat ebenfalls begonnen und soll 2007 abgeschlossen werden. Nach Abschluss der Akquisition wird die Eagle Burgmann Industries Allianz mit Abstand Marktführer in diesem mit am stärksten wachsenden Markt sein.

Impulse erhofft sich Burgmann Industries auch von einem gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit dem Fraunhofer Institut für Schicht- und Oberflächentechnik in Braunschweig. Durch spezielle Beschichtungen sollen nicht nur die Oberflächeneigenschaften von Gleitringdichtungen optimiert, sondern auch zusätzlich sensorische Eigenschaften integriert werden. In einem ersten Schritt soll dadurch die Temperatur von Bauteilen gemessen werden können. An einem Prototyp wird bereits intensiv gearbeitet.

Im Mittelpunkt des Geschäftsjahres 2007 steht der weitere Auf- und Ausbau der Allianz mit dem Partner EKK. Burgmann Industries geht für 2007 von einem anhaltend positiven Geschäftsverlauf aus, der nicht zuletzt von der boomenden Öl- und Gasindustrie begünstigt wird.

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Geschäftsfeld Vliesstoffe

Zum Geschäftsfeld Vliesstoffe gehören die beiden Geschäftsgruppen Freudenberg Vliesstoffe und Freudenberg Politex Vliesstoffe. Zusammen erwirtschafteten diese im Jahr 2006 einen Gesamtumsatz von 1.016,9 Millionen Euro (Vorjahr: 994,8 Millionen Euro). Ende 2006 waren im Geschäftsfeld 5.575 Mitarbeiter beschäftigt, zum Abschlussstichtag des Vorjahres waren es 5.540 Mitarbeiter.

Freudenberg Vliesstoffe

Das Umsatzvolumen der Geschäftsgruppe blieb im Jahr 2006 nahezu unverändert. Gegenüber dem Vorjahr sank dieses marginal um 0,2 Prozent von 803,1 Millionen Euro auf 801,4 Millionen Euro. Auch die Mitarbeiterzahl ist nahezu konstant geblieben. Ende 2006 beschäftigte Freudenberg Vliesstoffe 4.835 Mitarbeiter, ein Jahr zuvor waren es 4.840. Deutliche Fortschritte erzielte Freudenberg Vliesstoffe trotz gestiegener Rohstoff- und Energiekosten bei der Ertragskraft. Dies lag zum einen an der gestiegenen Produktivität, zum anderen machen sich die Ergebnisse des Restrukturierungsprogramms „Fit für die Zu-kunft“, das die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte langfristig sichern soll, inzwischen positiv bemerkbar. Durch die zur Jahresmitte vollzogene organisatorische Neuordnung der deutschen Gesellschaften erhofft sich die Geschäftsgruppe zudem eine Verbesserung der Marktorientierung sowie weitere Effizienzsteigerungen.

Das Geschäft der Freudenberg Vliesstoffe ist in sechs Bereiche untergliedert. Der Geschäftsverlauf im Bereich Einlagestoffe war geprägt von der weiter andauernden Verlagerung der Textilindustrie nach Asien und einem verschärften Wettbewerb in der nordamerikanischen und europäischen Textilindustrie auf der einen und einem weiterhin stark wachsenden asiatischen Markt auf der anderen Seite. Insgesamt glichen sich diese Effekte weitgehend aus. Im Umsatz schlugen sich allerdings die Trennung von einem nordamerikanischen Vertriebspartner und die Schließung einer Vertriebsgesellschaft in Deutschland nieder. Ein wichtiger Schritt, um im asiatischen Markt weiter zu wachsen, war die Inbetriebnahme einer Druckanlage in Indien. Im Bereich Filter konnten die Marktführerschaft bei den Autoinnenfiltern trotz erheblichen Wettbewerbsdrucks gehalten und eine steigende Zahl ausgeschriebener Aufträge für die Fahrzeugerstausstattung gewonnen werden. Insgesamt konnten die Umsätze in diesem Bereich gesteigert werden, wozu insbesondere die Regionen Europa und Asien beitrugen. Der Geschäftsbereich Tuft litt unter den Umsatzrückgängen in der nordamerikanischen Automobilindustrie, die durch Steigerungen in Europa und in Asien nicht vollständig kompensiert werden konnten. Der Bereich Technische Vliesstoffe konnte seinen Umsatz dank der Übernahme des britischen Vliesstoffveredlers für Batterieseparatoren Scimat Limited, Swindon, Großbritannien, und der starken Nachfrage bei Kabelummantelungen steigern. Der Geschäftsbereich Hygiene konnte einen Zweijahresvertrag mit einem wichtigen Kunden abschließen. Im Bereich Evolon konnten die Umsätze aufgrund von Durchbrüchen bei verschiedenen Anwendungen – Reinigungstücher, technische Verpackungen, Akustik und Fensterverblendungen – deutlich gesteigert werden.

Im Jahr 2006 hat Freudenberg Vliesstoffe wie schon in den Vorjahren erheblich in neue Produktionsanlagen investiert. So wurde mit dem Umbau einer Spinnvliesanlage in Kaiserslautern, Deutschland, begonnen und die Modernisierung der Nassvliesanlage in Neuenburg, Deutschland, auf den Weg gebracht. Von diesen Investitionen, einer Reihe von Produktinnovationen und den Fortschritten bei der weltweiten Umsetzung des Zukunftskonzepts „Winning in Nonwovens“ erhofft sich die Geschäftsgruppe positive Effekte für das Jahr 2007. Impulse werden auch von den neu definierten Wachstumsmärkten erwartet. Sowohl neue technische Lösungen und Anwendungsfelder als auch regionale Wachstumsmärkte wie China, Indien, Russland und Süd-/Zentralamerika sollen für zusätzliches Wachstum sorgen.

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Freudenberg Politex Vliesstoffe

Die Geschäftsgruppe mit Hauptsitz in Novedrate, Italien, hat sich auf die Herstellung von Vliesstoffen für Dachbahnenträger, Bauanwendungen und als Füllstoff für Kleidung und Möbel spezialisiert. Im Jahr 2006 erwirtschaftete Freudenberg Politex Vliesstoffe damit einen Umsatz von 215,5 Millionen Euro (Vorjahr: 191,8 Millionen Euro), das entspricht einem Anstieg von 12,4 Prozent. Vor allem dank der starken Marktposition im Bereich Dachbahnenträger, verbunden mit einer Kapazitätsausweitung durch eine neue Produktionsanlage, sowie durch neue Produkte im Bereich Bauanwendungen konnte Freudenberg Politex Vliesstoffe ihren deutlichen Wachstumskurs des Vorjahres fortsetzen. Dieser Trend spiegelte sich auch in der Mitarbeiterentwicklung wider. Die Zahl der Beschäftigten stieg von 700 im Vorjahr auf 740 Mit-arbeiter im Jahr 2006.

Schlüssel zum fortgesetzten Wachstum ist nicht zuletzt die führende Marktstellung im Bereich Dachbahnenträger. Der Markt entwickelte sich zwar uneinheitlich, insgesamt stiegen die Umsätze aber deutlich um 13,5 Prozent. Wachstumsimpulse kamen vor allem aus dem Mittleren und Fernen Osten. Der nordamerikanische Markt wurde zu Beginn des Jahres noch stark durch die Wiederaufbauarbeiten nach den Hurrikan-Schäden 2005 belebt, brach gegen Ende des Jahres 2006 aber ein. Inzwischen zeichnet sich jedoch eine Erholung ab. Der Markt mit dem nach wie vor größten Umsatzvolumen, Westeuropa, entwickelte sich im vergangenen Jahr moderat nach oben.

Durch die bereits im Vorjahr abgeschlossene Produk-tionserweiterung in Pisticci, Italien, und die Mitte 2006 in Betrieb genommene erste Produktionsanlage in Zavolzhie bei Nizhny Novgorod, Russland, sowie durch Produktivitätssteigerungen am Standort in Colmar, Frankreich, konnte die gestiegene Nachfrage gut bewältigt werden.

Erfreulich hat sich der Markt für sonstige Bauanwendungen entwickelt. Das deutliche Wachstum in diesem Bereich ist auf die steigende Nachfrage nach den multifunktionalen Baumaterialien von Freudenberg Politex Vliesstoffe zurückzuführen. Gleichzeitig wirkten sich auch Umweltvorschriften der Europäischen Union im Hinblick auf die Energieeffizienz von Gebäuden positiv auf die Nachfrage aus. Deutlich schwieriger war der Markt für Füllvliesstoffe, der durch einen starken Preiswettbewerb gekennzeichnet war. Als weiterer Schritt für die Expansion in neue Märkte wurde 2006 eine Repräsentanz in Shanghai, China, eröffnet.

Der Ausbau der Kapazitäten wurde aktuell mit der Installation einer neuen Produktionslinie in Macon, USA, fortgesetzt, die Anfang 2007 in Betrieb genommen wurde. Freudenberg Politex Vliesstoffe will den begonnenen Weg fortsetzen und sich vom reinen Produktanbieter zum Anbieter von Lösungen entwickeln, die für den Kunden einen Mehrwert durch erstklassigen technischen Service bieten. Neben einer Ausweitung des Produktspektrums soll dies auch durch vermehrte Serviceangebote erreicht werden. Weiterhin sollen zusätzliche Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung eingeleitet werden. Als Ergebnis all dieser Anstrengungen geht Freudenberg Politex Vliesstoffe davon aus, dass der deutliche Wachstumskurs fortgesetzt werden kann.

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Geschäftsfeld Haushaltsprodukte

Das Geschäftsfeld Haushaltsprodukte besteht aus der Geschäftsgruppe Freudenberg Haushaltsprodukte, die mit den Bereichen mechanische Reinigungs- und Wäschepflegeartikel mit den Marken vileda®, O’Cedar® und Wettex® auf dem Endverbrauchermarkt vertreten ist.

Freudenberg Haushaltsprodukte

Das Geschäft der Geschäftsgruppe gliedert sich in die Bereiche Consumer (rund 85 Prozent des Umsatzes) und Professional. Dank eines deutlichen Wachstums in beiden Bereichen stieg der Gesamtumsatz um 6,7 Prozent auf 626,9 Millionen Euro (Vorjahr: 587,6 Millionen Euro). Ohne Währungs- und Akquisitionseffekte hätte der Anstieg sogar bei 7,0 Prozent gelegen. Leicht gestiegen ist auch die Zahl der Mit-arbeiter. Ende 2006 waren bei Freudenberg Haushaltsprodukte 2.215 Mitarbeiter und damit 15 mehr als im Vorjahr beschäftigt.

Das Wachstum der Geschäftsgruppe wurde getragen durch das stabil-positive Konsumklima in fast allen relevanten Märkten und die erfolgreiche Einführung neuer Produkte. Zu den Neuerungen, die vom Markt sehr gut angenommen wurden, zählen die neue Generation dreidimensionaler Tücher (Novolon®), der elektrische Besen (e-sweeper), der zunächst in Südeuropa eingeführt wurde, ein spezieller Ceranfeld- Reiniger, ein neues, leichteres Wäschepflegesortiment sowie die regionale Ausdehnung des im Jahr davor erfolgreich eingeführten 2in1-Besen- und Mop-Sortiments. Insgesamt wurde die Produktentwicklung stärker regional ausgerichtet, indem zusätzliche technische Entwicklungszentren in Chicago, USA, und Suzhou, China, aufgebaut wurden.

Weiterhin wurden zum Ausbau der Marktposition die Preise selektiv bei bestimmten Produkten gesenkt, die Zusammenarbeit mit strategischen Handelspartnern ausgebaut und das Wachstum in neuen Regionen und Ländern forciert. Insgesamt konnte Freudenberg Haushaltsprodukte seine führende Marktposition so in allen Regionen und in den meisten Ländern weiter ausbauen. Die stark gestiegenen Rohmaterial- und Energiepreise konnten durch interne Verbesserungs- und Rationalisierungsmaßnahmen aufgefangen werden. Zu den internen Restrukturierungsmaßnahmen zählen auch die Schließung der Werke in Springfield, USA, und Caerphilly, Großbritannien, und die Verlagerung der Produktion nach Chicago, USA, und zu Alucon s.r.o., Lázne Belohrad, Tschechien. Zusätzlich wurde die Komplexität bei der amerikanischen Marke O’Cedar® deutlich reduziert, indem die Zahl der Artikel von 1.200 auf 300 gesenkt wurde.

Die regionale Präsenz wurde weiter ausgebaut. So konnten in der Türkei und in den Niederlanden erfolgreich eigene Vertriebsniederlassungen aufgebaut werden. In Russland wurde ein Vertriebsjointventure für das Professional-Geschäft und in Jordanien ein Produktionsjointventure zur Versorgung der Region Mittlerer Osten erfolgreich gestartet. Nach zwölfmonatiger Bauzeit konnte das neue Produktions- und Verwaltungs-gebäude in Suzhou, China, fertig gestellt werden. Am Standort Augsburg, Deutschland, wurde in eine Produktionsanlage für den innovativen dreidimensionalen Vliesstoff Novolon® und in Parets del Vallés, Spanien, in eine neue, vollautomatische Produktionsanlage für die neue Wischmop-Generation investiert.

Sehr positiv hat sich das Wäschepflegegeschäft entwickelt, das verdoppelt werden konnte. Dagegen ist der Markt für so genannte „Ready to use-Systeme“, Putzsysteme mit integriertem Reinigungsmittel- und Wasserbehälter, weiter rückläufig.

Insgesamt geht Freudenberg Haushaltsprodukte davon aus, dass der profitable Wachstumstrend auch im Ge-schäftsjahr 2007 anhält. Mit einem deutlichen Anstieg der Mediainvestitionen insbesondere in Westeuropa soll die Marke vileda® weiter gestärkt werden. Zudem setzt die Geschäftsgruppe weiterhin auf ein starkes Innovationsprogramm, eine verstärkte Zusammenarbeit mit strategischen Handelspartnern sowie den weiteren Ausbau des Wäschepflegegeschäfts.

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Geschäftsfeld Spezialitäten und Sonstige

Zum Geschäftsfeld Spezialitäten und Sonstige gehören die Geschäftsgruppen Freudenberg Chemical Specialities, Freudenberg Bausysteme, Freudenberg NOK Mechatronics, Freudenberg IT und die überwiegend intern tätigen Freudenberg New Technologies und Freudenberg Service. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschafteten die Unternehmen des Geschäftsfelds zusammen einen Umsatz von 884,8 Millionen Euro (Vorjahr: 826,7 Millionen Euro). Die Mitarbeiterzahl lag Ende 2006 bei 4.974 gegenüber 4.928 Mitarbeitern Ende 2005.

Freudenberg Chemical Specialities

Zur Geschäftsgruppe gehören Klüber Lubrication, Chem-Trend und OKS. Zusammen konnten diese ihren Umsatz um 10,0 Prozent auf 469,6 Millionen Euro (Vorjahr: 426,8 Millionen Euro) steigern. Dazu trug neben der ausgezeichneten Position der Unternehmen in ihren jeweiligen Märkten die positive konjunkturelle Entwicklung in vielen Wirtschaftsräumen bei, die sich auch in einem im Gegensatz zu den Vorjahren erstmals wieder leicht wachsenden Gesamtmarkt für Schmierstoffe niederschlug. Die Mitarbeiterzahl wuchs ebenfalls. Ende 2006 waren 2.239 Menschen in der Gruppe beschäftigt, 84 mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Dies entspricht einem Plus von 3,9 Prozent.

Das Wachstum im Schmierstoffmarkt geht maßgeblich auf die erhöhte Nachfrage in Mittel- und Osteuropa sowie Asien zurück. Auch die als weitgehend gesättigt angesehenen Märkte in Westeuropa und Nordamerika konnten zum Wachstum beitragen. Einzelne regionale und industrielle Teilmärkte zeigten dagegen Schwächen, so die nordamerikanische Automobilindustrie. Nach wie vor müssen die Unternehmen der Freudenberg Chemical Specialities mit einem hohen Preisniveau bei den Rohstoffen zurechtkommen. Besonders bei den für die Herstellung vieler Produkte so wichtigen Mineralölen wird sich daran in abseh-barer Zeit wohl nichts ändern.

Die Unternehmen der Geschäftsgruppe Freudenberg Chemical Specialities konnten ihre Marktstellung im abgelaufenen Geschäftsjahr behaupten und in wichtigen Schlüsselmärkten sogar ausbauen. Hierfür sind zahlreiche neue Produkte und eine sorgfältig vorbereitete Internationalisierung des Geschäfts in wichtigen Wachstumsregionen verantwortlich. So gründete Klüber Lubrication im Jahr 2006 eine eigene Gesellschaft in Russland und eröffnete in Indonesien ein Vertriebsbüro. Der 2005 begonnene Aufbau einer Fertigungsstätte in China nahe Shanghai schreitet planmäßig voran. Der Erwerb der restlichen, bislang im Fremdbesitz befindlichen Geschäftsanteile an Chem-Trend Comercial, S.A. de C.V., Mexiko-City, Mexiko, wurde Anfang 2006 vollzogen. Zudem eröffnete Chem-Trend ein Vertriebsbüro mit angeschlossenem Lager in Polen. OKS konnte insgesamt acht neue Handelspartner in Osteuropa qualifizieren und weist in dieser Region ein besonders starkes Umsatzwachstum aus.

Insgesamt brachten die Unternehmen der Geschäftsgruppe im vergangenen Jahr fast 200 neue Produkte auf den Markt. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Teilkonzernen der Freudenberg-Gruppe werden zudem Kompetenzen gebündelt. Das gemeinsam mit Freudenberg Dichtungs- und Schwingungstechnik Europa entwickelte „Lube n’ Seal“-Konzept, das die optimale Abstimmung von Dichtung und Spezialschmierstoff sicherstellt, konnte 2006 erfolgreich am Markt etabliert werden. Ein ähnliches Kooperationsprojekt für das Zusammenwirken von Schmierstoff und Gleitringdichtung gibt es mit Burgmann Industries.

Für 2007 erwartet Freudenberg Chemical Specialities eine Fortsetzung des moderaten Wachstumskurses, sofern es zu keinen größeren Verwerfungen auf den internationalen Rohstoffmärkten kommt. Als wichtiger Meilenstein in der Internationalisierungsstrategie wird die Fertigstellung des chinesischen Werkes für Klüber- und Chem-Trend-Produkte in der Qingpu Industrial Zone bei Shanghai, China, gesehen.

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Freudenberg Bausysteme

Die Geschäftsgruppe Freudenberg Bausysteme produziert unter dem Markennamen nora® Kautschukbodenbeläge sowie Schuhkomponenten. Im Geschäftsjahr 2006 konnte der Umsatz auf 158,2 Millionen Euro erhöht werden. Das entspricht einem Wachstum von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in dem der Umsatz bei 152,3 Millionen Euro lag. Die Zahl der Mitarbeiter sank leicht von 921 auf 919.

Insgesamt konnte die Geschäftsgruppe durch ein konsequentes Kostenmanagement und eine angepasste Preispositionierung ihre Profitabilität erheblich verbessern. Erfreulich entwickelte sich das Geschäft mit Bodenbelägen, in dem über 90 Prozent der Umsätze der Geschäftsgruppe erwirtschaftet werden. Vor allem in Nordamerika wuchsen die Umsätze in allen wichtigen Marktsegmenten deutlich über dem Marktdurchschnitt. Dementsprechend konnte in den USA eine Umsatzsteigerung von 18,9 Prozent in Landeswährung erzielt werden. Dazu trug nicht zuletzt das starke Wachstum im Marktsegment Gesundheitswesen bei. Auch in den weiteren definierten Wachstumsmärkten – Großbritannien, Frankreich und China – konnten zweistellige Wachstumsraten verzeichnet werden. Im nach wie vor wichtigsten Markt Deutschland schlug sich die leichte Erholung der Baukonjunktur in einem – wenn auch geringen – Umsatzplus von 1,5 Prozent nieder. Im weltweiten Wettbewerb bei der Ausstattung von Schienenfahrzeugen konnte sich Freudenberg Bausysteme als Marktführer behaupten. Weniger positiv entwickelten sich die Umsatzerlöse im Bereich Schuhkomponenten, diese sanken erneut.

Im Bereich Bodenbeläge wurde im Jahr 2006 die Vertriebsorganisation grundlegend verändert und nach Regionen neu strukturiert. Dadurch wird der wachsenden Internationalisierung des Geschäfts Rechnung getragen. Beispielhaft für die Neuproduktentwicklung steht die Einführung von noraplan® signa, einem Sortiment mit 48 Farben, das zusammen mit internationalen Designern und Architekten für das Marktsegment Gesundheitswesen entwickelt wurde. Im Wertstoffmanagement gelang es, durch die weitgehende Umstellung von thermischer auf stoffliche Verwertung von Produktionsabfällen sowohl Ressourcen zu schonen als auch Kosten einzusparen. Wichtigstes aktuelles Investitionsprojekt ist der Aufbau einer Kleinmengenfertigung in Weinheim, mit der kleine Fertigungsaufträge für noraplan® wirtschaftlicher produziert werden können. Die Anlage soll im Laufe des Jahres 2007 ihren Betrieb aufnehmen.

Im Jahr 2007 will Freudenberg Bausysteme seinen Wachstumskurs fortsetzen und sich dabei insbesondere auf die definierten Wachstumsregionen konzentrieren. Von der Neuorganisation des Vertriebs werden weitere Effizienzsteigerungen erwartet. Zudem sollen Produktinnovationen das Wachstum ankurbeln. Der Bereich Schuhkomponenten plant, neue Marktsegmente zu erschließen.

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Freudenberg NOK Mechatronics

Die im Jahr 2005 als Jointventure mit dem japanischen Partner NOK neu gegründete Geschäftsgrup- pe Freudenberg NOK Mechatronics verzeichnete im Jahr 2006 einen akquisitionsbedingten Umsatzsprung. Der Freudenberg-Anteil am Umsatz stieg von 2,6 auf 14,2 Millionen Euro. Auch die Zahl der Mitarbeiter, die Freudenberg zugerechnet werden, hat sich deutlich von 87 auf 146 Ende 2006 erhöht. Wesentlich dafür war der Zukauf des Werkes Berlin der Delphi Deutschland GmbH, Wuppertal, Deutschland, für flexible Leiterplatten.

Mit dem Erwerb des Delphi-Geschäfts zur Herstellung großflächiger flexibler Leiterplatten mit der Produktion in Berlin zum 1. Juli 2006 hat sich die Marktposition der Freudenberg NOK Mechatronics entscheidend verbessert. Dadurch verfügt die Geschäftsgruppe nun über ein umfangreiches Produktportfolio in diesem Bereich und über langjährige Serienerfahrung im Automobilsektor. Dies verschafft der Geschäftsgruppe eine sehr gute Ausgangsposition, um von der schnellen Zunahme der Elektronik-Anwendungen im Automobilbereich zu profitieren. Der Einsatz von flexiblen Leiterplatten gibt den Automobilherstellern im Vergleich zum konventionellen Rundkabel eine größere Gestaltungsfreiheit, hilft Gewicht und Kosten zu reduzieren und bietet zusätzlich die Möglichkeit, Funktionalitäten direkt zu integrieren. Die Integration der ursprünglichen Delphi-Aktivitäten mit großflächigen Leiterplatten in Berlin wurde erfolgreich abgeschlossen. Die SAP-Einführung am Standort Berlin verlief ohne Störungen und bietet nun die Grundlage für weitere Effizienzsteigerungen in der Lieferkette.

Im Bereich Aktuatoren lag der Umsatz bei stabilem Geschäft vor allem wegen der Einführung neuer, kostengünstigerer Produkte leicht unter Vorjahresniveau. Die Marktstellung in Europa konnte durch Neuaufträge ausgebaut werden. Der Bereich soll zukünftig davon profitieren, dass die Produktion nach Pécel, Ungarn, verlagert wurde. Der Standort in Pécel übernimmt zudem auch Produktionsaufgaben im Bereich der flexiblen Leiterplatten.

Freudenberg NOK Mechatronics will im Jahr 2007 die Integration der Einzelgeschäfte und die Zusammenarbeit der Standorte weiter vorantreiben. Weite- re deutliche Umsatzsteigerungen sind geplant.

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Freudenberg IT

Die Geschäftsgruppe verzeichnete im Geschäftsjahr 2006 ein Wachstum von 4,5 Prozent, der Umsatz lag bei 50,8 Millionen Euro (Vorjahr: 48,6 Millionen Euro). Der Umsatzanteil, der mit Kunden erzielt wird, die nicht zur Unternehmensgruppe Freudenberg gehören, liegt inzwischen bei 56,3 Prozent. Gestiegen ist auch die Zahl der Mitarbeiter. Ende 2006 arbeiteten 363 Mitarbeiter bei Freudenberg IT und damit 11 mehr als ein Jahr zuvor.

Trotz weiter bestehender Überkapazitäten im SAP-Beratungsumfeld hat sich der für die Freudenberg IT relevante Markt SAP Mittelstand sowie der Markt für weltweite MES (Manufacturing Execution System) Lösungen positiv entwickelt. Der Bedarf nach Lösungen aus einer Hand über verschiedene IT-Themen und Regionen hinweg steigt im Mittelstand. Mit den Schwerpunkten SAP-Consulting, Outsourcing und der eigenen Adicom Software konnten namhafte mittelständische Kunden gewonnen werden. Der Auftragseingang hat sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Auch international konnten zahlreiche Neukunden gewonnen werden, besonders der Standort China war hierbei erfolgreich.

Wichtig für die Marktentwicklung sind die zahlreichen Zertifizierungen und Auszeichnungen, die Freudenberg IT von Wettbewerbern differenzieren. Die Freudenberg IT ist SAP Special Expertise Partner für verschiedene neue SAP-Lösungen geworden. Im Bereich Hosting ist die Geschäftsgruppe mit Rechenzentren in Deutschland, China und den USA einer von nur acht weltweit ausgezeichneten SAP Global Hosting Partnern. Gleichzeitig ist der Bereich Hosting bereits nach Sarbanes-Oxley zertifiziert. Die Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland wurden zu Beginn des Jahres 2007 zudem durch den Aufbau eines neuen Rechenzentrums in Weinheim verdreifacht.

Wegen des deutlich gestiegenen Auftragseingangs erwartet Freudenberg IT für das Geschäftsjahr 2007 einen weiteren Umsatzanstieg. Die Geschäftsgruppe will 2007 ihre Partnerschaften weiter ausbauen und sich als internationaler IT-Dienstleister insbesondere für den Mittelstand etablieren.

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Freudenberg New Technologies

Neben der Führungsgesellschaft Freudenberg New Technologies KG (Freudenberg New Technologies) gehören zu dieser Geschäftsgruppe die Freudenberg Forschungsdienste KG (Freudenberg Forschungsdienste), die Freudenberg FCCT KG (Freudenberg FCCT) und die Freudenberg Venture Capital GmbH (Freudenberg Venture Capital), alle mit Sitz in Weinheim, Deutschland. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftete die Geschäftsgruppe einen Umsatz von 26,1 Millionen Euro (Vorjahr: 26,6 Millionen Euro). Die Zahl der Mitarbeiter stieg zum Stichtag um 7 auf 230.

Schwerpunkt der Arbeit der Führungsgesellschaft Freudenberg New Technologies war der Aufbau eines New Business Development Bereichs. Ziel ist es, die Innovationskraft von Freudenberg zu steigern, indem neue Prozesse, Produktideen oder Technologien weiter verfolgt werden, die keinem Teilkonzern der Unternehmensgruppe eindeutig zugeordnet werden können. Voraussetzung ist allerdings, dass die Projekte im Umfeld der Freudenberg-Aktivitäten angesiedelt sind. Die Projektteams sollen ähnlich wie Start-up-Unternehmen agieren können. Im Jahr 2006 wurden vier neue Projekte begonnen.

Die im Jahr 2002 gegründete Freudenberg FCCT agiert bereits nach diesem Modell. Das Unternehmen erhielt für eine Gasdiffusionsschicht mit einem neuen Dichtungskonzept den Fuel Cell Award in Gold. Die Freudenberg Forschungsdienste führte im abgelaufenen Geschäftsjahr verschiedene neue Technologien ein und konnten das Geschäft mit externen, nicht zur Unternehmensgruppe Freudenberg gehörenden Kunden steigern. Die Freudenberg Venture Capital beteiligte sich im Jahr 2006 an der Condias GmbH, Itzehoe, Deutschland. Das Unternehmen beschäftigt sich mit der Abscheidung von dünnen Diamantschichten auf Oberflächen. Einsatzfelder sind die Wasseraufbereitung und die Oberflächenveredlung. Insgesamt wurden 2006 gut 130 Beteiligungsvorschläge gesichtet.

Die Umsetzung der New Business Development Aktivitäten soll im Jahr 2007 konsequent fortgesetzt werden.

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Freudenberg Service

Die Freudenberg Service erwirtschaftete als überwiegend interner technischer Dienstleister und Industrieparkbetreiber einen Umsatz von 111,2 Millionen Euro (Vorjahr: 122,3 Millionen Euro). Damit lag der Umsatz um 9,1 Prozent unter Vorjahresniveau. Der Umsatzrückgang erklärt sich zu einem größeren Teil durch Desinvestionseffekte, ohne die der Rückgang bei 2,1 Prozent gelegen hätte. Die Mitarbeiterzahl hat sich zum Stichtag 2006 um 79 auf 623 verringert. Dies lag im Wesentlichen am Verkauf des Bereichs Logistik.

Die Organisation des gesamten Geschäftsbereichs wurde zu Beginn des Jahres 2006 neu strukturiert und mit der Freudenberg Produktionsservice KG und der Freudenberg Gebäudeservice KG, beide mit Sitz in Weinheim, Deutschland, wurden rechtlich selbstständige Tochtergesellschaften gegründet, die verstärkt auf dem externen Markt aktiv werden sollen. Damit sollen die Umsatzverluste im Geschäft mit verbundenen Unternehmen der Freudenberg-Gruppe aufgefangen werden. Als Industrieparkbetreiber ist die Geschäftsentwicklung eng mit der Entwicklung des Industrieparks Weinheim und des Standorts in Neuenburg, Deutschland, verknüpft. 2006 betrug der Anteil des internen Geschäfts noch über 80 Prozent. Ausgezahlt hat sich die Modernisierung des Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerks in Weinheim. Im Jahr 2006 konnten 13.000 überschüssige Emissionszertifikate verkauft werden. Möglich wurde dies durch den hohen Wirkungsgrad und die damit äußerst umweltschonende Energieerzeugung des Kraftwerks.

Für das Jahr 2007 rechnet Freudenberg Service mit einem moderaten Umsatzanstieg, der unter anderem durch eine Steigerung der Bauleistung im Industriepark Freudenberg in Weinheim und durch Zuwächse auf dem externen Markt erreicht werden soll.

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