Umsatz und Ertragslage im Überblick

Die Unternehmensgruppe Freudenberg erzielte im Geschäftsjahr 2006 einen Umsatz von 5.052,8 Millionen Euro (Vorjahr: 4.836,6 Millionen Euro) und überschritt damit erstmals die 5-Milliarden-Grenze. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Umsatz um 4,5 Prozent. Der Konzerngewinn betrug 219,1 Millionen Euro, 8,4 Prozent über dem Vorjahr (202,2 Millionen Euro). Am 31. Dezember 2006 waren 33.526 Mitarbeiter bei Freudenberg beschäftigt, 141 mehr als am entsprechenden Stichtag des Vorjahres.

Wichtige Ereignisse im Geschäftsjahr 2006

Im Geschäftsjahr 2006 baute Freudenberg seine globalen Allianzen weiter aus. Eagle Burgmann Industries, die Allianz von Burgmann Industries, Deutschland, und Eagle Industry Co., Ltd., Tokio, Japan, (EKK) hat neue Projekte in den Wachstumsmärkten Mittlerer Osten, China und Indien gestartet sowie das US-Geschäft deutlich forciert. Auf dem Gebiet der Schwingungstechnik wurden die Vorbereitungen getroffen, um die Zusammenarbeit zwischen Vibra-coustic (Europa) und dem zu Freudenberg-NOK General Partnership, Plymouth, USA, gehörenden Schwingungstechnikgeschäft Vibracoustic North America zu stärken. Einen weiteren Fortschritt hat die Freudenberg-NOK General Partnership bei der Stärkung des Geschäfts mit der Allgemeinen Industrie erzielt. Insbesondere durch den Erwerb des Ge- schäfts von Helix Medical, Inc., Carpinteria, USA, (Helix Medical) und Imperial Rubber and Urethane Company, Nisku, Kanada, (Imperial Rubber) und die anschließende technische Zusammenarbeit mit der Lederer GmbH, Öhringen, Deutschland, konnten die Aktivitäten in den Zielmärkten Gesundheitswesen und Energie gestärkt werden. Nach dem erfolgreichen Anlauf der neuen O-Ring-Fabrik der Freudenberg Dichtungs- und Schwingungstechnik Europa Lagebericht der Unternehmensgruppe Freudenbergin Oberwihl, die in enger Zusammenarbeit mit dem japanischen Partner NOK Corporation, Tokio, Japan, (NOK) eingerichtet wurde, wird die globale Ausrichtung des Geschäftsbereichs O-Ringe intensiv vorangetrieben. Freudenberg Politex Vliesstoffe hat im Juni die erste Freudenberg-Fabrik in Russland eröffnet, in der auch ein Servicecenter von Eagle Burgmann untergebracht ist. Das hochmoderne Werk zur Herstellung von Dachbahnenträgern in Nizhny Novgorod ist erfolgreich angelaufen. Bei Freudenberg Vliesstoffe waren erste Erfolge des Restrukturierungsprogramms zu erkennen, allerdings kamen die hohen Investitionen der vergangenen Jahre noch nicht voll zum Tragen. Im Geschäftsfeld Haushaltsprodukte wurde die regionale Ausrichtung durch den Ausbau von technischen Entwicklungszentren in Chicago, USA, und Suzhou, China, weiter vorangetrieben. In Augsburg, Deutschland, wurde eine Produktionsanlage zur Herstellung des dreidimensionalen Vliesstoffes Novolon ® in Betrieb genommen. Freudenberg Chemical Specialities konnte ihre Marktstellung in Schlüsselmärkten ausbauen. In Russland wurde eine neue Gesellschaft von Klüber Lubrication gegründet und in Indonesien ein Vertriebsbüro eröffnet. Der Bau einer neuen Fabrik für Schmier- und Trennstoffe in China ging planmäßig voran.

Die Führungskräftetagung DIALOG 2006 in Chicago mit rund 300 Teilnehmern aus aller Welt beschäftigte sich mit den Themen „World Market Leadership“ und „Supply Chain Management“ als Reaktion auf den wahrscheinlich auch langfristig anhaltenden Trend steigender Energie- und Rohstoffpreise. Hierzu wurden wichtige längerfristige Ziele und Maßnahmen hinsichtlich angestrebter Einsparungen und Prozessverbesserungen vereinbart.

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Konjunkturelles Umfeld

Die Weltwirtschaft wuchs im Jahr 2006 um 3,6 Prozent, die Steigerung gegenüber dem Vorjahreswachstum betrug 0,4 Prozentpunkte. Das Bruttoinlandsprodukt für den Euro-Raum stieg im Vergleich zu 2005 um 2,7 Prozent. Wesentlich trug hierzu die deutsche Volkswirtschaft bei. In Deutschland entwickelte sich das Bruttoinlandsprodukt erstmals seit mehreren Jahren der Schwäche wieder deutlich positiv und erreichte ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 2,7 Prozent. Ein noch höheres Wachstum können weiterhin die jungen Volkswirtschaften in Osteuropa vorweisen, die im Schnitt um 5,5 Prozent wuchsen. Die Vereinigten Staaten von Amerika verzeichneten entgegen den Erwartungen während des Jahres ein Wachstum ihres Bruttoinlandsprodukts von 3,4 Prozent. In Kanada fiel die Wachstumsrate auf 2,5 Prozent, in Mexiko stieg sie um 1,6 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent an. Während Brasilien sein Wachstum auf 3,0 Prozent steigern konnte, ging die wirtschaftliche Dynamik in Argentinien leicht zurück. Das Wachstum betrug hier nur noch 7,5 Prozent gegenüber 8,7 Prozent im Jahr zuvor. Japan verzeichnete ein Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent. China (10,7 Prozent) und Indien (8,5 Prozent) blieben bei ihrem hohen Wachstums-tempo, und auch Russland verzeichnete einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 6,1 Prozent.

In den Branchen, in denen Freudenberg tätig ist, zeigte sich folgendes Bild: In Westeuropa stieg der PKW-Absatz mit 14,6 Millionen Neuzulassungen um 0,7 Prozent an, Deutschland lag mit 3,8 Prozent an der Spitze des Wachstums. In den USA ging der Absatz im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent zurück, wobei aufgrund der weiterhin hohen Treibstoffpreise der PKW-Absatz zu Lasten der leichten LKW zulegte. Die japanische Autoindustrie musste einen Rückgang des Absatzes im Inland von 2,2 Prozent hinnehmen, konnte die Ausfuhren aber zweistellig steigern. In China konnte der Absatz von Personenkraftwagen um knapp 32 Prozent gesteigert werden. Nach den USA und Japan liegt China inzwischen mit 4,1 Millionen verkauften Fahrzeugen pro Jahr an dritter Stelle in der Welt. Die veränderte konjunkturelle Situation in Deutschland zeigte sich insbesondere in der Bauindustrie. Nach Jahren permanenten Rückgangs stieg der Umsatz dieser Branche im Jahr 2006 um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Selbst die in den vergangenen Jahren ebenfalls sehr unter Druck geratene deutsche Textilindustrie erreichte ein Umsatzwachstum von 1,8 Prozent. Der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland läuft weiterhin unter Volldampf, die Produktion konnte um 7,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden, und der Nachholbedarf an Investitionen in der deutschen Industrie ist noch lange nicht gedeckt. Auch die deutsche chemische Industrie profitierte von der guten Konjunktur und erreichte ein Produktionswachstum von 3,5 Prozent. Die deutsche Elektronik- und Elektrotechnikindustrie hatte ein ausgesprochen gutes Jahr mit einem Wachstum von 13,5 Prozent. Der Einzelhandel wuchs dagegen kaum.

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Produkte und Märkte

Die Unternehmensgruppe Freudenberg erzielte knapp 90 Prozent ihres Umsatzes mit Zulieferteilen und Zwischenprodukten. Wichtige Abnehmer waren die Automobilindustrie, der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Textil- und Bekleidungsindustrie. Der verbleibende Anteil der Erzeugnisse von Freudenberg wie die mechanischen Haushaltsreinigungs- und Wäschepflegeprodukte der Marken vileda®, O’Cedar® und Wettex® ging über den Handel an Endverbraucher.

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Konsolidierungskreis

Zum Ende des Geschäftsjahres umfasste die Freudenberg- Gruppe 434 Gesellschaften in 53 Ländern, von denen 397 Gesellschaften in den Konsolidierungskreis einbezogen wurden. Voll konsolidiert wurden 348 Ge- sellschaften, darunter 109 Produktions- und 138 Vertriebsgesellschaften.

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Minderheitsbeteiligungen und gemeinsame Unternehmen

Freudenberg ist direkt oder über Tochtergesellschaften an einer Reihe von Unternehmen mit Minderheits-anteilen beteiligt, die überwiegend nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden. Die wichtigsten Minderheitsbeteiligungen von Freudenberg werden an den japanischen Unterneh-men NOK Corporation (22 Prozent) und Japan Vilene Company Ltd. (22 Prozent), Tokio, Japan, (JVC) gehalten.

Die NOK-Gruppe stellt dichtungs- und schwingungstechnische Produkte, flexible Leiterplatten, Schmierstoffe, Spezialchemikalien und Produkte für Büromaschinen her. Sie beschäftigte zum Abschlussstichtag des letzten Geschäftsjahres an rund 40 Standorten weltweit 25.959 Mitarbeiter. Die NOK-Gruppe erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 3.269,7 Millionen Euro. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber dem vorhergehenden Geschäftsjahr um 8,7 Prozent (263,0 Millionen Euro). Bereinigt um die veränderten Währungskursparitäten stieg der Umsatz um 10,7 Prozent.

Die JVC-Gruppe stellt Vliesstoffe für die Bekleidungs-, die Automobil- und die Elektroindustrie sowie für den Medikalbereich, die Konsumgüterindustrie und die Landwirtschaft her. Produziert wird in Japan, China, Taiwan, Hongkong, Korea und den USA. Insgesamt beschäftigte die JVC-Gruppe zum Abschlussstichtag des letzten Geschäftsjahres 1.792 Mitarbeiter. Der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg gegen-über dem vorhergehenden Geschäftsjahr um 11,7 Millionen Euro (3,2 Prozent) auf 376,3 Millionen Euro. Wechselkursbereinigt beläuft sich der Umsatzanstieg auf 5,1 Prozent.

Die Partnerschaft zwischen Freudenberg und diesen beiden japanischen Unternehmen hat sich bereits seit über 45 Jahren bewährt. Zahlreiche Aktivitäten wurden im Laufe der jahrzehntelangen Zusammenarbeit in den USA, in Asien und in Europa gemeinsam aufgebaut. Jüngste Beispiele der erfolgreichen Zusammenarbeit sind die Gründung und der Aufbau der Geschäftsgruppen NOK-Freudenberg Group China und Freudenberg NOK Mechatronics.

In Indien arbeitet Freudenberg mit der Sigma Corporation India Limited, Neu Delhi, Indien, und NOK zusammen. Die Geschäftsaktivitäten haben sich im Berichtsjahr positiv entwickelt.

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Umsatz erstmals über 5 Milliarden Euro

Der Umsatz der Freudenberg-Gruppe stieg im Vergleich zum Vorjahr um 216,2 Millionen Euro auf 5.052,8 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von 4,5 Prozent. Effekte aus Akquisitionen und Desinvestitionen wirkten sich per Saldo mit 58,6 Millionen Euro Umsatz reduzierend aus, wobei der wesentliche Anteil hiervon aus dem Verkauf eines Teilbereichs der Geschäftsgruppe Vibracoustic (Europa) Ende 2005 stammt. Aus umrechnungsbedingten Währungseffekten ergab sich im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenfalls ein negativer Einfluss. Das um diese Effekte bereinigte Wachstum von 6,1 Prozent wurde insbesondere von den Geschäftsgruppen Freudenberg Dichtungs- und Schwingungstechnik Europa, Freudenberg Chemical Specialities, Vibracoustic (Europa), Freudenberg Haushaltsprodukte, Burgmann Industries, Freudenberg Politex Vliesstoffe und NOK-Freudenberg Group China erzielt.

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Konzerngewinn weiter gesteigert

Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit erhöhte sich um 8,9 Prozent auf 303,5 Millionen Euro. Vor allem die Deckungsbeiträge aus dem Umsatzwachstum trugen zu diesem Anstieg bei. Gegenläufig wirkten weitere Energie- und Rohmaterialpreissteigerungen. Die Kosten der Funktionsbereiche entwickelten sich leicht unterproportional zum Umsatzwachstum.

Der Konzerngewinn stieg um 16,9 Millionen Euro auf 219,1 Millionen Euro. Dem positiven Beitrag aus dem höheren Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit sowie dem verbesserten Zinsergebnis stehen wechselkursbedingt geringere Erträge aus assoziierten Unternehmen und höhere Ertragsteuern gegenüber.

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